Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Epidemie stand die Pflegebranche an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die gegenwärtige Situation habe dies jetzt verschärft, wie Herwig Mahr (FPÖ) betont.

Angesichts der angespannten Situation kündigte Sozial- und Gesundheitsminister Rudi Abschober ein 100-Millionen-Paket zur Entlastung an, wovon 16,7 Millionen Euro auf Oberösterreich entfallen würden. Nach Ansicht des oö. FPÖ-Klubobmanns Herwig Mahr reichen finanzielle Hilfen alleine aber nicht aus, um die Krise bewältigbar zu machen.

Personalkollaps in Pflegebranche könnte drohen

Insgesamt sind in Österreich etwa 460.000 Menschen – oder mehr als 5 Prozent der Bevölkerung auf Pflege angewiesen. Etwas mehr als ein Drittel davon (175.000) wird durch Verwandte zuhause gepflegt, etwa 100.000 wohnen in Pflegeheimen, circa 153.000 erfahren Hilfe durch mobile Hilfe. Weitere 33.000 bekommen eine 24-Stunden-Pflege, in den meisten Fällen durch Arbeitskräfte aus dem europäischen Ausland.

Angesichts eines drohenden „Personalkollapses“ im Pflegebereich fordert Mahr nun ein „durchdachtes Konzept“. Er zeigte sich zwar über die Unterstützungsleistungen des Bundes erfreut. Aber, so Mahr, „Millionensummen allein reichen nicht aus.“ Es brauche auch „klare Maßnahmen zur Personalgewinnung und -entlastung“. Der langfristige Fokus müsse auf Unterstützung von zuhause pflegenden Menschen liegen.

Mahr: Pflege zukunftsfit machen!

Betreffend die Finanzhilfen für die Branchen kritisiert Mahr fehlende Planungssicherheit: „Verwunderlich ist, dass weder Bund noch Land einen Planungshorizont definiert haben. Kein Bundesland weiß, wie lange das Geld für die Pflegeentlastung reichen soll.“ Erst wenn der Bund klare Vorgaben formuliere, könne eine seriöse Planung beginnen. Von „kurzfristigen Krisenprojekten“ halte er wenig. Das bereitgestellte Geld solle vielmehr „dauerhaft Wirkung erzeugen“

Mahr sieht die Notwendigkeit „richtungsweisender Schritte in eine zukunftsfitte Pflege“. Er ruft daher auch Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) in der Pflicht. Es brauche einerseits einen „spürbaren Bonus für pflegende Angehörige“, aber auch investitionen in zukunftsfähige Konzepte. Dabei kann sich Mahr den Ausbau digitaler Betreuung ebenso vorstellen wie das Konzept der ‚Community Nurses‘, wo diplomierte Krankenpfleger mehrere Haushalte betreuen.