Am Samstag, dem 2. Jänner, waren wieder die „Phantome“ quer durch Oberösterreich unterwegs. In dieser Form von künstlerischem Aktionismus wird den Regierenden ein Spiegel vor Augen gehalten. So sieht es aus, wenn die aktuelle Politik wirklich in eine Hygienediktatur mündet. Alle Menschen fordern in Gleichschritt und Uniform noch mehr Maßnahmen, jeder wird zum Denunzieren aufgerufen, Andersdenkende sollen am besten bestraft und weggesperrt werden.

Die Kundgebungen in Schärding, Braunau und Ried wurden von vielen hundert Passanten interessiert aber auch verstört wahrgenommen. Es ist das Ziel der Aktionskünstler, zum Nachdenken anzuregen. Wie meinen sie das? Ist das ihr ernst oder nur eine bitterböse Parodie der Zustände? Flugblätter klären auf – oder doch nicht?

Traditionelle Demos werden meist verunglimpft

Wochenblick berichtete schon mehrfach über die Aktionen der Hygienetruppe: „Diese Gestalten demonstrieren für noch mehr Corona-Maßnahmen“ und „Welser verunsichert: Phantome fordern noch mehr Corona-Maßnahmen„. Wer ein wenig Zeit hat, kann in diesem umfangreichen Artikel nachlesen, was der Hintergrund der Aktionen ist. Dieser ist wohl überlegt. Nachdem in traurigen Zeiten wie diesen ständig die Zensur zuschlägt und vom System reichlich für wohlwollende Berichte alimentierte Massenmedien jede Form von legitimer Meinungsäußerung herabwürdigen, musste ein anderes Konzept gefunden werden.

Übertreibung der Argumente der Gegenseite

„Bei schwarzen Wahrheiten handelt es sich um Aussagen, die unter den gegebenen Voraussetzungen zwar richtig und vernünftig sind, die aber zu extrem, ja geradezu skandalös sind, als dass man sie tatsächlich so meinen könnte. Eine sehr unübliche Art des Sprechens, denn normalerweise sind Wahrheiten gut („weiß“) und Lügen schlecht („schwarz“).“ „Schwarze Wahrheiten sind als philosophisches Mittel verwandt mit dem schwarzen Humor. Nur sind sie nicht lustig. Proteste gegen die Corona-Maßnahmen sind eben nicht lustig. Es geht hier gegen eine Horrorversion der nahen Zukunft, gegen eine echte Dystopie.„, so ein Teil der Erklärung der Darbietungen. (Hier weiterlesen.)

Absichtliche Parallelen zu „Die Welle“

In der Wortwahl und Handlung der „murmelnden Zombie-Truppe“ will man bewusst an große literarische Werke wie „1984“ aber auch „Die Welle“ erinnern. Den Zusehern soll es „kalt den Rücken herunterlaufen“. Vielleicht beginnen Verfechter von Maskenpflicht, Quarantäne und drastischer Abschaffung der Grundrechte zu erkennen, auf welchem Weg sie sich befinden. „Selber denken gefährdet das Allgemeinwohl.“, lautet einer der Sprüche vom Band. Oder doch nicht?