Bemerkenswerte Aussagen am 24.03.2021 im ARD in der Sendung „Maischberger – die Woche“ von der deutschen Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut. Sie warnt eindringlich vor Escape-Varianten des Virus, die sich dort entwickeln können, wo eine hohe Inzidenz herrscht und viel geimpft wird.

Von Maria Adler

Ihre Aussagen erinnern an die eindringliche Warnung von Geert Vanden Bossche, Impfstoffexperte und einstiger Mitarbeiter der Gates-Stiftung. Priesemann modelliert in ihrer Tätigkeit beim Max-Planck-Institut verschiedene Szenarien der Pandemie, spricht sich für Testungen, niedrige Inzidenzwerte, ja sogar kurze und harte Lockdowns aus. Auch befürwortet sie grundsätzlich die Impfungen, die ihrer Aussage nach immerhin einen Schutz zwischen 80 und 95 Prozent vor schweren Verläufen von Covid-19 bieten. Dennoch weist sie eindringlich auf die sogenannten Escape-Varianten des Virus hin. Dies seien Varianten, die erfolgreich sind, in dem Moment, wo viele Menschen geimpft seien.

Wir riskieren eine vierte Welle

„Wenn bereits viele Menschen geimpft sind, sind die Viren erfolgreich, die es schaffen, den Immunschutz zu umgehen. Es gibt erste Hinweise oder erste Erkenntnisse, dass manche Varianten das zumindest zum Teil schon können“, sagt Viola Priesemann im Gespräch bei Maischberger. Es könne sein, dass sich im schlimmsten Fall eine Variante entwickle, die dafür sorgt, dass man mit dem Impfen wieder bei Null beginnen müsse, eventuell sei dies bereits im Sommer der Fall. „Je mehr Menschen geimpft werden und die Inzidenz hoch ist, züchten wir uns hier lokal in Deutschland diese Escape-Varianten, genauso wie in jedem anderen Land, in dem schon ein hoher Impfschutz da ist“, so Priesemann. Wenn man sich eine Escape-Variante einhandle, sitze man im schlimmsten Fall wieder bei Null oder gar ein Stück weiter zurückgesetzt.