Während sich die Regierung für die teilweise Öffnung des Alltags – selbstverständlich unter Einhaltung ihres spalterischen „3G-Regimes“ – feiern lässt, spüren tausende Menschen im idyllischen Tiroler Pitztal nichts von dieser „Freiheit“. Denn sie müssen sich – zum wiederholten Mal – zwangstesten lassen, um überhaupt ihr Tal zu verlassen! Dabei stellt sich immer mehr heraus, wie willkürlich dieser neuerliche „Corona-Knast“ ist.

  • Impfung und Genesung befreien nicht von Testpflicht
  • Nebenstraßen wurden mit Betonsperren abgeriegelt
  • Politik sucht Schuld bei der Bevölkerung
  • Bürger fühlen sich behandelt wie Schwerverbrecher

Absurd: Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene

Seit Sonntag gilt bis einschließlich 9. Juni eine Ausreise-Testpflicht für das gesamte Pitztal. Grundlage dafür ist, dass es im 7.500 Einwohner fassenden Tal insgesamt 74 Personen mit positivem Corona-Test gäbe. Nach der offiziellen Rechnung bedeutet das eine 7-Tages-Inzidenz von knapp 1.000. Besonders bitter wird es für die Bewohner von Arzl am Tal-Ausgang. Die Gemeinde war nämlich schon vom 12. März bis 7. April im „Corona-Knast“.

Danach nahmen sich die Arzler im Zuge der für sie höchst einschneidenden Maßnahme – viele Talbewohner sind Pendler – ein Beispiel an der Impfkampagne im Bezirk Schwaz. In der Hoffnung auf baldige Freiheit ließen sich zahlreiche Dorfbewohner impfen. Nun hilft ihnen nicht einmal das: Denn im Gegensatz zum restlichen Österreich müssen sich im Pitztal nun auch Geimpfte und Genesene testen lassen!

Volk als Sündenbock, behandelt wie Schwerverbrecher

Das ist kein Gerücht aus dem Dorfplausch, sondern eine offizielle Kommunikation der Gemeinden. Auf der Homepage der Gemeinde Arzl geht man sogar noch einen Schritt weiter und schiebt dem Volk den schwarzen Peter zu. Die Sperre des Tales erfolge nämlich „aufgrund eines Superspreaderevents (verantwortungsloser Lokalbesuch)“. Vor wenigen Tagen waren mehrere Besucher eines Lokales im Nachbarort Wenns positiv auf Corona getestet worden – obwohl die Barbetreiber die „3G-Regeln“ rigoros kontrollierten.

Zwei verärgerte Familien wandten sich in einem Schreiben an den Wochenblick. Sie schildern ihren Eindruck der bedrohlichen Situation: „Durch das rigorose, restriktive Verhalten der Behörden gewinnt man den Eindruck, dass die Pitztaler Bevölkerung ‚Schwerverbrecher‘ sein könnten.“ Sie glauben, dass die neue Testpflicht nach Hoffnung der Verantwortlichen den Impf-Turbo anwerfen soll, da vermehrte Testungen wohl auch vermehrte Testpositive bringen würden…

„Oder finden hier etwa andere Machtspiele statt?!?“

Den Pitztalern stößt auch sauer auf, dass die Bevölkerung von der Ankündigung ziemlich überrumpelt wurde: „Die Gemeinden haben am 29. Mai verkündet, dass dem gesamten Tal eine Ausreisetestpflicht auferlegt wird. Ab dem nächsten Tag, den 30. Mai ab 0 Uhr. Insofern hatten Menschen an einem Wochenende noch einen halben Tag Zeit, um diverse Dinge zu erledigen, sofern sie sich nicht den Ausreisetests unterziehen möchten“.

Pikant ist auch, dass die Behörden zu bedrohlichen Mitteln greifen, um zu verhindern, dass die Bürger der Testpflicht entkommen – was angesichts der Talgeographie ohnehin schwierig wäre. An Nebenstraßen stellten sie Betonsperren auf, um zu symbolisieren, dass es kein Entrinnen aus dem Corona-Knast gibt. Diese wurden zwar nach Beschwerden entschärft – sind aber weiter de facto unpassierbar.

Den Familien drängt sich daher nun ein anderer Verdacht zu Sinn und Zweck der Aktion auf: „Oder finden hier etwa andere Machtspiele statt?!?“ Darüber, wie brutal sich willkürliche Gemeindesperren auch auf das Arbeits- und sogar Familienleben der Bürger auswirken können, berichtete Wochenblick unlängst.

Bei erster Sperre: Politiker vernaderte Busunternehmer

Schon bei der ersten Abriegelung im Pitztal versuchten einige Politiker mit dem Infektionsgeschehen politisches Kleingeld zu waschen. Obwohl sich die Cluster rund um die Volksschule bildeten, beschuldigte der Grünen-Klubchef im Landtag, Gebi Mair, einfach einen Arzler Busunternehmer, für das Infektionsgeschehen verantwortlich zu sein. Die Mainstream-Medien übernahmen diese Erzählung nur allzu dankbar. 

Andreas Thurner hatte in der Woche davor Bürger aus ganz Tirol – übrigens alle mit negativem Test – zu einer regierungskritischen Demo in Wien chauffiert. Der mutige Unternehmer hatte wenige Wochen zuvor dem Wochenblick ein Interview zu den Beweggründen für seinen Widerstand gegeben. Eine öffentliche Entschuldigung des grünen Politikers für die falsche Anschuldigung gegenüber dem an der Abriegelung gänzlich unschuldigen Mann steht übrigens nach wie vor aus. 

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