Weil ein Afro-Amerikaner nach einem mehr als fragwürdigen Polizeieinsatz starb, herrscht in Minneapolis (Minnesota) seit Tagen Krieg. US-Präsident Donald Trump kündigte jetzt die Entsendung des Militärs an, sollte der „sehr schwache und links-radikale“ Bürgermeister die Stadt nicht endlich unter Kontrolle bringen. Nacht für Nacht kommt es zu Plünderungen, Vandalismus, Brandstiftung sowie Brandanschlägen auf Polizei-Einrichtungen und Einsatzfahrzeuge.

Von Kornelia Kirchweger

Schlägertrupps …

In einem Tweet bezeichnete US-Präsident Trump die Vandalen und Plünderer als „Schlägertrupps“. Sie entehren die Erinnerung an den zu Tode gekommenen George Floyd…wenn das Plündern beginnt, beginnt das Schießen. Den Polizeieinsatz mit Todesfolge bezeichnete er als „furchtbar und schrecklich“. Die Proteste gegen Polizeigewalt schwappten auf Denver, New York und Oakland über. Tim Walz, demokratischer Governor von Minnesota, erklärte Minneapolis, St. Paul und angrenzende Zonen zum Notstandsgebiet und entsandte 500 Mann Militär.

Brutaler Polizei-Umgang mit Unbewaffnetem

Grund der ausufernden Gewalt-Proteste ist der nach einem Polizeieinsatz ums Leben gekommene Afro-Amerikaner, George Floyd. Er wurde wegen Betrugsverdacht mit Essensmarken festgenommen. Der unbewaffnete Floyd wurde am Boden fixiert. Ein Polizist kniete auf seinem Hals. Floyd klagte verzweifelt über Atemnot, was man ignorierte. Er wurde bewusstlos und verstarb später im Krankenhaus.

Bruder des Opfers fordert Todesstrafe

Der Polizist, der auf Floyd kniete und drei weitere wurden vom Polizeichef der Stadt, erstmals ein Afro-Amerikaner, gefeuert, nachdem das Videomaterial der Festnahme in den sozialen Netzen kursierte. Der Fall wird jetzt von der Staatsanwaltschaft untersucht. Der Bruder von George Floyd forderte die Todesstrafe für den beteiligten Polizisten. Dieser ist kein unbeschriebenes Blatt. Es gab schon mehrmals Beschwerden gegen ihn. Kritiker sagen, die Festhaltung Floyds sei ein „öffentliches Lynchen ohne Strick“ gewesen. Die Menschenrechte der Schwarzen werden verletzt, wie das immer schon auf amerikanischem Boden der Fall gewesen sei.