Nach einem eher verschlafenen Wahlkampf wurden heute in Graz die Gemeinderatswahlen bis zum Wahlschluss um 16 Uhr abgehalten. Auch die 17 Bezirksräte wurden gewählt. Den 223.512 Wahlberechtigten standen insgesamt 14 Parteien zur Wahl – so viele wie noch nie. Eine Besonderheit in Graz ist, dass die KPÖ mit Spitzenkandidatin Elke Kahr bisher mit rund 20% zweitstärkste Partei hinter der ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl war. Aufgrund der insgesamt 25.430 Wahlkarten und der 9.387 Stimmen, die bereits am vorgezogenen Wahltag abgegeben wurden, könnten sich die ersten Hochrechnungsergebnisse allerdings noch deutlich verändern. Denn diese gesamt knapp 35.000 Stimmen machen beinahe 16% aller Stimmen aus.

KPÖ übernimmt Platz eins in Graz

Nach den ersten Hochrechnungen verliert die ÖVP unter Bürgermeister Siegfried Nagl mit 26,1 Prozent ganze 11,6 Prozent und ist damit der große Wahlverlierer. Die Überraschung ist die KPÖ. Diese konnte die ÖVP von der Spitze verdrängen und liegt nun tatsächlich mit 28,8 Prozent auf Platz eins in Graz. Die FPÖ mit dem Spitzenkandidaten und Bürgermeister-Stv. Mag. Mario Eustacchio konnte ihren dritten Platz leider nicht verteidigen. Sie erreichte nach der ersten Hochrechnung 10,9 Prozent der Stimmen, was ein Minus von 4,9 Prozent bedeuten würde. Die Grünen legten 6,4 Prozent zu und kommen auf momentan 16,9 Prozent. Die SPÖ erreichte mit 10,1% ein mageres Plus von 0,1 Prozent und für die NEOS wurden es 4,9% – also um 1 Prozent mehr als bei der vergangenen Wahl.

ÖVP 26,1 %  -11,6 %
KPÖ 28,8 % + 8,5 %
FPÖ 10,9 % – 4,9 %
GRÜNE 16,9 % + 6,4 %
SPÖ 10,1 % + 0,1 %
NEOS  4,9 %  +1,0 %
Sonstige  2,3 % ± %

Umfragen waren völlig falsch

Die veröffentlichten Umfrageergebnisse sahen die ÖVP mit Siegfried Nagl klar auf Platz 1. Mit einem Minus von 2,8% sah man die ÖVP bei 35% landen. Auf Platz 2 sah man die Kommunisten bei erneut rund 20% der Stimmen – 20,3% waren es 2017. Den Freiheitlichen wurden in den Umfragen nur knapp 12%, also vier Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2017 zugetraut. Für die SPÖ sah man ein leichtes Plus von zehn auf elf Prozent vorher. Einen kräftigen Zugewinn prognostizierte man den Grünen – von 10,5% auf 15% – und zumindest ein kleines Plus von 0,1% für die NEOS auf 4%.