AfD-Boss im Interview: „Das Altparteien-Establishment ist extrem nervös“

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Lob für bisherige Regierung

AfD-Boss im Interview: „Das Altparteien-Establishment ist extrem nervös“

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Der Spitzenkandidat der AfD zur EU-Wahl, Prof. Dr. Jörg Meuthen, gilt als einer der Top-Architekten des neuen Europa-Bündnisses rechtskonservativer Parteien (“Wochenblick” berichtete). Auch nach der polit-medialen Kampagne gegen die FPÖ und dem „Ibiza-Gate“ will Meuthen, der ebenso wie Dr. Alexander Gauland AfD-Bundessprecher ist, zu den Freiheitlichen halten.

Ein Interview vom Stellvertretenden Chefredakteur Johannes Schüller

„Wochenblick“: Laut aktuellen Umfragen bekommt die AfD zur EU-Wahl rund zehn bis 13 Prozent der Wählerstimmen. Im Oktober lagen Sie bereits bei 16 Prozent. Wo sehen Sie die Ursachen für den leichten Rückgang?

Jörg Meuthen: Die aktuellen Umfragen zur Europawahl sehen die AfD bei 12 Prozent. Aber warten Sie mal unseren Wahlkampfendspurt ab, da ist noch mehr möglich!

Vielleicht 14 Prozent – und das wäre dann eine Verdopplung unseres Ergebnisses von sieben Prozent bei der Europawahl 2014.

“Altparteien-Establishment extrem nervös”

Deutsche Mainstream-Medien und Politiker mobilisieren wie kaum in einem anderen Land gegen Sie als rechts-konservative Partei. Bemerken Sie eine zunehmende Nervosität beim Establishment?

Ja, das haben Sie richtig beobachtet. Das Altparteien-Establishment der Bundesrepublik ist extrem nervös geworden. Die können sich den anhaltenden Erfolg der AfD nicht erklären. Die dachten: 2019 kommen ein paar illegale Migranten weniger nach Europa und dann hat sich die AfD erledigt.

Aber da haben sie sich verkalkuliert: Die AfD legt bei vielen aktuellen gesellschaftlichen Problemen den Finger in die Wunde, denken Sie nur an diesen irren „Kampf gegen den Klimawandel“, der den Vorwand für eine neue CO2-Steuer bieten soll oder die Enteignung der Diesel-Fahrer. Das prangern wir an und diesen Einsatz für mehr Realität in der Politik honorieren die Deutschen. Manche Politiker der Altparteien veranlasst das zu regelrechten Hass-Kampagnen gegen die AfD. Leider beteiligen sich auch einige Journalisten daran.

Experte: Medien planten „Schmutzkampagne“ gegen AfD
Mainstream-Medien mobilisierten bereits während der Bundestagswahl 2017 massiv gegen die damaligen AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland.

“Wir sind überzeugte Europäer und lieben unser Land”

Man wirft Ihrer Partei sogar vor, Europa zu „hassen“. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?

Wir sind überzeugte Europäer und wir lieben unser Land – Deutschland. Die EU-Bürokraten machen immer den Fehler, die EU mit Europa zu verwechseln. Europa ist viel größer und viel schöner als die EU.

Wobei wir die EU gar nicht abschaffen wollen. Sie soll nur auf ihre Kernbereiche gesundgeschrumpft werden. Zu diesen gehört beispielsweise unser sehr sinnvoller gemeinsamer EU-Binnenmarkt.

Als allerletzte Option – bei Scheitern der Reformen innerhalb der EU – schließen Sie auch einen „Dexit“ nicht aus. Wann wären die Kriterien für einen „Dexit“ aus Ihrer Sicht erfüllt?

Die AfD sieht den Dexit, also den Austritt Deutschlands aus der EU, nur als allerletzten Ausweg an, wenn sich die EU als absolut reformunfähig erweisen sollte.

Wir hoffen aber, dass wir die EU, zusammen mit anderen Patrioten aus ganz Europa, wieder auf ihren sinnvollen Kern reduzieren können.

Hätte man das früher gemacht, wären vermutlich auch die Briten nicht aus der EU ausgetreten.

Gilt als sehr kostenintensiv: Das Straßburger EU-Parlament.

“EU-Parlament überwiegend ein Pseudo-Parlament”

Stimmt es, dass Sie das sehr kostenintensive Europäische Parlament abschaffen wollen?

Ja, das EU-Parlament ist ganz überwiegend ein Pseudo-Parlament ohne richtige demokratische Debatten, das wenig zu entscheiden hat.

Für eine erfolgreiche europaweite Kooperation, beispielsweise in Form des gemeinsamen Binnenmarktes, braucht man es gar nicht.

In einer zukünftigen Fraktion der rechtskonservativen Parteien wollen Sie auch mit der österreichischen FPÖ zusammenarbeiten. War die Regierungskoalition in Österreich für Sie ein Vorbild?

Die FPÖ ist und bleibt ein Partner der AfD auf EU-Ebene, auch wenn kürzlich einzelne FPÖ-Politiker aufgrund inakzeptabler Äußerungen ihre Posten aufgeben mussten.

Die ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition hat viel Gutes für Österreich bewirkt. Ihr vorzeitiges Ende ist bedauerlich.

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