Ex-Ministerin beschimpft Salvini und fordert 50 Millionen Zuwanderer

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Afro-italienische Bilderbuch-Migrantin

Ex-Ministerin beschimpft Salvini und fordert 50 Millionen Zuwanderer

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Europa brauche in den kommenden 30-40 Jahren mindestens 50 Millionen Zuwanderer, ist die aus dem Kongo stammende frühere italienische Integrationsministerin Cecile Kyenge überzeugt. Es gebe nämlich Gebiete, die dringend wirtschaftlich „belebt“ werden müssten. Kayenge sitzt seit 2014 für Italiens linke Partito Democratico im Europaparlament.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

Salvini bricht Gesetze und die Verfassung

Anlass für die umsichtige Einschätzung der studierten Augenärztin war die beharrliche Weigerung des italienischen Innenministers, Matteo Salvini, Ende Jänner, ein NGO-Schiff mit 47 illegalen Migranten in Sizilien landen zu lassen. Es sei denn, sie werden auf andere EU-Staaten aufgeteilt, was dann auch geschah. Kayenge war selbst nach Syrakus geeilt, um sich über den Zustand der an Bord befindlichen Migranten zu erkundigen. Diese Menschen seien Schiffbrüchige, man müsse ihr Leben retten und nicht die Grenzen schließen, sagte sie in einem Interview mit La Zanzara – Radio 24.

Sie beschimpfte Salvini, er verstoße gegen das Gesetz, gegen die Verfassung und trage seine unmenschliche Politik auf dem Rücken der Migranten aus. Dass es sich bei den „Bootsflüchtlingen“ um illegale Migranten handle, übersah sie offenbar.

Bilderbuchkarriere einer Migrantin

Kayenge ist selbst Migrantin und hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt: Im Kongo geboren, ein Vater der mit vier Frauen in polygamer Ehe lebt, satte 38 (Halb)Geschwister. 1983 kam sie nach Italien und hielt sich dort etwa ein Jahr illegal auf, bis sie über einen katholischen Verein einen legalen Aufenthaltsstatus bekam und ein Stipendium, um zu studieren. Seit vielen Jahren setzt sie sich für die Förderung und Rechte von Migranten ein. 1994 heiratete sie den Ingenieur Domenico Grispiono und wurde damit italienische Staatsbürgerin. Just von jenem Mann lässt sich die Europa-Abgeordnete jetzt – medienwirksam – scheiden.

Scheidungskrieg: Ehemann kandidiert für Salvinis Lega

Grund für die von ihr öffentlich angekündigte Trennung: Ihr Mann kandidiert in der Wohngemeinde Castelfranco Emilia ausgerechnet für die Lega von Innenminister Salvini. In einem Interview mit Radio 24 sagte Grispiono, den Scheidungskrieg habe seine Frau nur für die Medien inszeniert. Seit Kayenge nach Brüssel ging, war die Ehe ohnehin vorbei – er habe mit seinem Hund zusammengelebt. Seine Frau habe am Telefon die Scheidung gefordert, persönlich habe sie sich nicht getraut. Auf die Frage, warum er für die Lega von Salvini kandidiere, der seine Frau anlässlich ihrer Angelobung zur Ministerin rassistisch beschimpft hatte, meinte er: Rassisten gibt es überall, auch bei den Linken. Und auch die Schwarzen sind gegenüber den Weißen in Afrika Rassisten. Gehen Sie mal in den Kongo – dort nennen sie Dich „Muzungu“ (wörtlich: Weißer, in Swaheli).

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