Ein faires Sozialsystem und keine Hängematte

Chefsache

Ein faires Sozialsystem und keine Hängematte

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Sommerloch-Geschichten in den Medien zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne Substrat zu einem Riesenskandal aufgebauscht werden und jeder darüber diskutiert, aber niemand so genau weiß, warum eigentlich.

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

Fake News des Mainstreams

Die „150-Euro-Causa“ rund um Sozialministerin Beate Hartinger-Klein ist so eine (“Wochenblick” berichtete). Von Wolfgang Fellner in einem TV-Interview geschickt inszeniert, stürzt sich der mediale Mainstream unisono auf die angebliche Aussage der Ministerin, man könne von 150 Euro im Monat leben.

Ein „Wochenblick“-Leser hat uns mit Empörung geschrieben, dass es wohl klar sein müsse, was die Ministerin gemeint habe, nämlich, dass dieser Betrag nach Abzug der übernommenen Wohnkosten zu sehen sei. Außerdem würden Menschen mit Deutschkenntnissen einen zusätzlichen Bonus von 150,- Euro bekommen.

hartinger klein 150 euro sager mindestischerung
Auf Grundlage eines aus dem Zusammenhang gerissenen Satzes ergoss sich in den vergangenen Tagen ein wahrer Shitstorm über Sozialministerin Beate Hartinger-Klein.

“Heiße” Sommerloch-Story

Auch er hätte als Pensionist trotz jahrzehntelanger Arbeit nach Abzug aller Kosten nicht viel mehr im Monat zu leben. Diese Tatsache zeigt, wie sehr es der Journalistenarmee der Empörten, die sich gerne zum Robin Hood der armen Leute stilisiert, an Realitätssinn mangelt.

Was für den medialen Mainstream eine heiße Sommerloch-Story darstellt, ist für viele Österreicher bitterer Ernst! Und ich weiß, wovon ich schreibe: habe ich doch in meiner beruflichen Karriere als Mitarbeiter im öffentlichen Dienst mehr als tiefe Einblicke in den Sozialstaat erlangen dürfen, um zu dem Urteil zu gelangen, dass eine Reform der Sozialsysteme, wie von der Bundesregierung geplant, mehr als notwendig ist!

Österreicher oft schlechter gestellt

Natürlich wird wirklich Bedürftigen auch weiterhin geholfen, aber es ist schlichtweg nicht zu rechtfertigen, dass Personen wie der angesprochene Pensionist, die über Jahrzehnte in das System einbezahlt haben, am Ende des Tages gegenüber Menschen, die wenig bis gar nichts für die Allgemeinheit leisteten, schlechter gestellt sind.

Außerdem muss ein Anreiz für Arbeit geschaffen werden, um nicht den Reiz des Verweilens im Sozialsystem zu schaffen. Und um dies gleich vorweg zu nehmen: Das ist nicht das Anstoßen einer Neiddebatte, sondern ein Ansatz zu mehr Gerechtigkeit…

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