Eine Armbinde und die Blamage von Katar

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"One Love” und Haltung bei der WM

Eine Armbinde und die Blamage von Katar

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Der Deutsche Fußball Bund (DFB) hat bereits nach drei Tagen der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar eine Reihe von Debakeln erlitten, von denen er sich auf absehbare Zeit nicht erholen wird: Im Vorfeld der WM hatten sich Spieler und Funktionäre mit Kritik an den Zuständen im Gastgeberland überboten. Das Hickhack um die von der FIFA untersagte “One Love”-Armbinde mündete nahtlos in die sportliche Niederlage beim Auftaktspiel gegen Japan. Um Fußball geht es hier offenbar gar nicht mehr.

Die DFB-Auswahl sitzt nun zwischen allen Stühlen und gilt nach allen Seiten als Heuchler. Die einen haben längst mit dieser “Mannschaft” gebrochen, weil sie sich überhaupt für ideologische Themen wie “Vielfalt”, Transgender und “Antirassismus” vor den Karren spannen ließ. Die anderen schäumen, weil der DFB dann jedoch nicht einmal das Rückgrat hatte, zu den eigenen “Werten” zu stehen, und den Schwanz einzog, weil die Gefahr “sportlicher Sanktionen” drohte.

Die Doppelmoral der deutschen Fussballauswahl ist schlicht atemberaubend: Der Tod von Arbeitern beim Bau der Stadien und vor allem die Unterdrückung Homosexueller wurden gebetsmühlenartig über Wochen und Monate angeprangert, während die Spieler zugleich erbittert um einen Platz in der Nationalmannschaft kämpften, um die „Skandal-WM“ ja nicht zu verpassen.

Den Schwanz eingezogen

Zudem hatten der DFB und andere Verbände schon Wochen vor Turnierbeginn großspurig angekündigt, dass ihre Mannschaftskapitäne mit einer „One-Love-Binde“ spielen würden. Schon dies war peinlich genug, weil man sich nicht traute, mit der Regenbogenbinde als offiziellem Symbol der Homo-,Trans-, et cetera-Bewegung aufzulaufen. Als die FIFA dann unter Androhung von Gelben Karten und Punktabzügen forderte, auf die Binde zu verzichten, knickte man umgehend ein.

Dann folgte die nächste verunglückte Geste mit Fremdschäm-Faktor: Vor dem ersten Spiel gegen Japan hielt die deutsche Nationalmannschaft sich beim Mannschaftsfoto demonstrativ den Mund zu. Kapitän Manuel Neuer erklärte” die Geste folgendermaßen: „Wir stehen für Menschenrechte ein. Das wollten wir damit zeigen. Dass wir uns von der FIFA vielleicht den Mund haben verbieten lassen – das machen wir vielleicht mit der Kapitänsbinde auf dem Platz, aber für unsere Werte stehen wir immer“.

Permanente Wichtigtuerei

Bundestrainer Hansi Flick sagte: „Es sollte ein Zeichen der Mannschaft gewesen ein, dass die FIFA uns mundtot macht. So einfach ist das“. Noch einfacher war es jedoch, die Mannschaft, die nur noch mit arroganter Zeichensetzerei und der Brüskierung der Gastgeber beschäftigt ist, auf dem Platz zu besiegen. Auftaktgegner Japan gewann umgehend mit 2:1 gegen das woke Team. Dieses steht nun, wie bei der letzten WM, kurz vor dem Ausscheiden in der Gruppenphase und vor den Trümmern seiner permanenten Wichtigtuerei.

Aus aller Welt hagelte es kübelweise Spott und Häme. Anstatt sich auf seine sportliche Aufgabe zu konzentrieren, verstehen sich weite Teile des DFB und der Mannschaft als Aktivisten und Botschafter des Guten, die nebenbei noch etwas Fußball spielen. 

Wenn Fußball Nebensache wird

Das Ergebnis dieser unerträglichen Schmierenkomödie ist ein historischer Einschaltquotentiefstand von weniger als zehn Millionen Zuschauern – für ein WM-Eröffnungsspiel ein Minusrekord. Zum Vergleich: Das erste Spiel bei der letzten WM hatten noch fast 26 Millionen Menschen geschaut. Seit Jahren entfremdet sich der DFB mit seiner politischen Instrumentalisierung des Sports von der Fanbasis. Die Blamagen vor und während dieser WM werden diese Entwicklung noch verschlimmern.

Man täte wahrlich gut daran, sich die Aussage des belgischen Nationalspielers Eden Hazard zu Herzen zu nehmen: Dieser merkte zu der deutschen Mund-zu-Geste lakonisch an: „Sie wären besser dran gewesen, wenn sie es nicht getan und gewonnen hätten“. Und weiter: „Wir sind hier, um Fußball zu spielen, ich bin nicht hier, um eine politische Botschaft zu senden, dafür gibt es Leute, die besser geeignet sind. Wir wollen uns auf den Fußball konzentrieren“. Mehr ist es dazu nicht zu sagen.

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