“Elli, es ist vorbei”: Jetzt zerfleischt sich die ÖVP öffentlich im Fernsehen

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Hoch geflogen - jetzt fallen sie tief

“Elli, es ist vorbei”: Jetzt zerfleischt sich die ÖVP öffentlich im Fernsehen

Böse Blicke: Elisabeth Köstingers Mimik sorgt für Gesprächsstoff.
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Die bitterbösen Blicke der Tourismus- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (türkise ÖVP) sorgen für Aufsehen. Nachdem Sebastian Kurz am Sonntag an der Sendung “Im Zentrum” zur ungewissen Zukunft der ÖVP nicht teilnehmen wollte, sollte sie das System Kurz verteidigen. Doch das scheint zu spät. Ihr Parteikollege und Vorgänger Franz Fischler kritisierte sie und die türkise Clique heftig und warnte davor, dass das System Kurz zukünftige Wahlen für die ÖVP ruinieren könnte. NEOS-Gründer und ÖVP-Faßmann-Berater Matthias Strolz brachte es auf den Punkt: “Elli, es ist vorbei.”

Von Bernadette Conrads

  • Köstinger sollte Türkise “Im Zentrum” retten
  • ÖVP-Parteikollege und Köstinger-Vorgänger Fischler zerlegte die Tourismus- und Landwirtschaftsministerin im Fernsehen
  • Strolz: “Elli, es ist vorbei!”
  • Menschenfeindliche SMS-Zitate aus türkiser Kommunikation: “Pöbel”, “Tiere”, “steuerbare Weiber” und “alte Deppen”
  • Getürk(is)te Umfragen und schmutziges Vorgehen: Mitterlehner wurde von Türkisen geputscht, als seine Tochter tragisch verstarb
  • Köstinger sprach von türkisen Visionen, kann aber nicht sagen, was das sein soll
  • “Schwarze Witwe”: Köstingers “Böser Blick” trendet auf Twitter

Sie halten sich immer noch für unbesiegbar: Die Türkisen. Zuerst übernahmen sie durch Intrigen und mutmaßlich durch Umfragenmanipulationen die Macht in der ÖVP und daraufhin sogar in Österreich. Und auch jetzt, nachdem so vieles ihrer Machenschaften aufflog, wollen sie sich halten. Die gestrige ORF “Im Zentrum”-Sendung sollte eruieren, in welche Richtung die ÖVP nun geht und ob sich die Türkisen halten können. Matthias Strolz, der sich lange selber im schwarzen Dunstkreis befand und vor seiner NEOS-Gründung sogar eine eigene Liste mit Sebastian Kurz bilden wollte, sprach es offen aus: “Elli, es ist vorbei”. Diese versuchte für Kurz noch in die Bresche zu springen.

Doch der Versuch scheiterte, auch Parteikollegen machen ihr und der türkisen Clique zunehmend Vorwürfe. Dass man durch getürk(is)te Umfragen gegen Mitterlehner intrigierte, während dieser den tragischen Tod seiner Tochter zu bewältigen hatte, wurde vielen erst jetzt bewusst. Köstingers böse Blicke wurden zum Internetphänomen. Unzählige Screenshots der geifernden Köstinger wurden auf Twitter zum Trend. Man spricht dort nun auch von der “schwarzen Witwe” und von der “Cruella De Vil” der ÖVP.

“Cru Elli De Vil”:

Auch mit Lily Munster wurde Köstinger verglichen:

ÖVP hat sich einer Clique ausgeliefert, die vom “Pöbel” spricht

Matthias Strolz entlarvte die türkise Clique rund um Kurz in gewohnter, Strolz’scher Manier. “Die ÖVP muss anerkennen, dass sie sich mit Haupt und Haar – mit Haupt und Haar! – einer fragwürdigen Clique ausgeliefert hat, einer Clique, die über altverdiente Funktionäre als ‘alte Deppen’ spricht. Eine Clique, die über Ministerkolleginnen als ‘steuerbare Weiber’ spricht. Eine Clique, die über Menschen, die bei einer Bezirksbehörde in der Warteschlange stehen, von Tieren spricht, von Pöbel spricht. Eine Clique die noch dazu 2017 und 2019 die Wahlen mit illegalen und mutmaßlich korrupten Praktiken bestritten hat, sich einen Sieg damit erschlichen hat. Das muss die ÖVP anerkennen.” – Sebastian Kurz sei unter diesen Voraussetzungen nicht haltbar, stieß Strolz ins selbe Horn wie Fischler.

So blattelte ÖVP-Parteikollege Köstinger auf

Wegen der großen Visionen der türkisen ÖVP müsse diese erhalten bleiben, schwadronierte Köstinger sichtlich emotional bei Claudia Reiterer im Zentrum. Ihr Parteikollege und Vorgänger, Franz Fischler (ÖVP), widersprach dem entschieden. Er war nicht nur Köstingers Vorgänger als Landwirtschaftsminister sondern auch als Präsident des Ökosozialen Forums in der ÖVP. Doch die ähnlichen Lebensläufe scheinen die Parteikollegen nicht zu verbinden, sondern eher zu entzweien. Mit der Frage, was das denn für eine Vision sei, von der Köstinger da rede, ließ Fischler sie öffentlichkeitswirksam auflaufen. Eine wirkliche Antwort blieb sie ihm schuldig, versuchte sich auf angebliche Steuererleichterungen hinauszureden. Weiters habe man sich im Zuge der türkisen Übernahme von der Klientelpolitik verabschiedet, so Köstinger.

Die ÖVP im internen Krieg: Zwischen Fischler und Köstinger flogen die Fetzen

Distanzierung von Thomas Schmid

Auch das ließ Fischler, der bis 2020 übrigens Präsident des Forum Alpbach war, so nicht stehen. Er erklärte, dass die Klientel lediglich gewechselt wurde, die man nun vertrete. – Ein klarer Seitenhieb auf das mutmaßlich korruptive Fortkommen des Thomas Schmid, der aufgrund seiner intimen Beziehung zu Sebastian Kurz und Gernot Blümel zum Alleinvorstand der ÖBAG geworden sein soll. Von diesem distanzierte sich Köstinger mehrfach während der Sendung. Im Gegensatz zu ihr, sei Schmid nie Teil des “inneren Kreises” gewesen. Dieser soll sich offenbar um Sebastian Kurz drehen. Die berühmten SMS-Gespräche zwischen Kurz und Schmid sprechen da bekanntlich eine andere Sprache: “Ich liebe meinen Kanzler” und “Kriegst eh alles was du willst”, war darin unter anderem zu lesen.

Und das war noch nicht alles der öffentlich ausgetragenen, ÖVP-internen Garstigkeiten: Fischler warnte davor, dass man mit Kurz keine Wahlen mehr gewinnen würde, zumal mit einer Anklage zu rechnen sei und im kommenden Kurz-Korruptions-U-Ausschuss mit steten “Anwürfen” der Opposition zu rechnen sei. Eine herbe Niederlage für die Türkisen, entfernten sie doch mittels mutmaßlich getürkter Umfragen Kurz’ Vorgänger Mitterlehner.

Kurz soll gesagt haben, dass er kein Problem habe, zu lügen: “Da blieb mir die Spucke weg”

Zum ÖVP-Putsch wusste Matthias Strolz so einiges in der Sendung zu berichten. So habe ihm dieser, als Strolz Bemühungen anstellte, gemeinsam mit Sebastian Kurz und Irmgard Griss eine eigene Liste zu gründen, erklärt, dass er durchaus lügen könne und dazu auch bereit sei. Strolz habe das damals schlaflose Nächte bereitet und später – als dieser bereits die NEOS gegründet hatte und Kurz seinen türkisen Aufstieg hinter sich hatte – habe er das noch aus nächster Nähe weiter beobachtet. Dass Kurz bereits mit etwa 30 Jahren so eiskalt war, soll Strolz mitgenommen haben: “Da blieb mir die Spucke weg.” Jetzt ist er sich sicher: Das türkise System ist vorbei.

Matthias Strolz erklärte Köstinger, dass es mit dem System Kurz vorbei ist:

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