Familien-Fehde: ÖVP-Granden verlieren nach Schmid-Aussage die Nerven

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Feind, Todfeind, Parteifreund...

Familien-Fehde: ÖVP-Granden verlieren nach Schmid-Aussage die Nerven

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Blut soll bekanntlich dicker als Wasser sein – doch immer mehr zeigt sich, dass dies offenbar tatsächlich nur für blutsverwandte Familien gilt. Denn sobald ein schwarzes Schaf bei den Behörden “singt”, ist es mit der Solidarität in der ÖVP-“Familie” vorbei. Auch am Tag nach den Enthüllungen über den mutmaßlichen Kronzeugen-Aussagen von Ex-ÖBAG-Chef Thomas Schmid ist die Volkspartei um Kalmierung bemüht. Sprich: Man wirft wild mit Dementis und Versprechen, man werde eh alles aufklären um sich. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung.

Sobotka spricht von “Anschwärzen”

Fünfzehn ganztägige Aussagen hat der frühere Kurz-Intimus Thomas Schmid, dessen Handy mitsamt all den Postenschacher-SMS den Startschuss für die riesige ÖVP-Korruptionsaffäre bot, getätigt. Ein Jahr später wird oder wurde gegen ein Dutzend zentraler ÖVP-Leute ermittelt, darunter mehrere ehemalige Minister, einen früheren Kanzler und sogar den aktuellen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka. Dieser hat nun mit Schmid ein pechschwarzes Hühnchen zu rupfen: Denn Schmid belastete auch ihn, weil er angeblich zu Steuerprüfungen bei ÖVP-nahen Instituten intervenierte.

“Mostviertel-Don” Sobotka äußerte sich “gewohnt staatsmännisch”. Er sprach von einem “Anschwärzen” – ein unfreiwilliger Wortwitz? Schmid würde “krampfhaft versuchen, den Kronzeugenstatus zu erlangen.” Skurril: Sobotka echauffierte sich darüber, dass Schmid dem Untersuchungsausschuss nicht Rede und Antwort stehen wollte. Diese Kritik übte zuvor bereits die Opposition unisono – aus Sobotkas Mund klingt es aber für viele Österreicher nicht gerade glaubwürdig. Gewannen doch Beobachter dank seiner parteiischen Vorsitzführung den Eindruck einer “Sobotage” zum Wohle der Volkspartei.

Die Kunde über die freimütigen Aussagen von Ex-ÖBAG-Chef und Kurz-Intimus Schmid schockierte die Republik:

“Familien”-Krach um Seines Glückes Schmid

Erneut fordern mehrere Parteien den Rücktritt von Sobotka – immerhin formell zweitmächtigster Mann im Staate. FPÖ-Chef Herbert Kickl befand: “Seine ÖVP-Parteikollegen haben die Institutionen dieser Republik auf schändliche Art und Weise für ihren Machterhalt und Machtgewinn missbraucht, dasselbe macht Wolfgang Sobotka mit dem Parlament.” Christian Hafenecker, FPÖ-Fraktionschef im U-Ausschuss fügte hinzu: “Er ist das, worauf wir Freiheitliche seit langem hingewiesen haben: Nämlich ein Architekt des ÖVP-Verschleierungsnetzwerks und eine tragende Säule des ,tiefen Staates´”

Bereits vor einem Jahr den Hut genommen hat Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Er wurde von Schmid schwer belastet: Kurz habe gewusst, dass Schmid im Sinne des Fortkommens des türkisen Ex-Messias Steuergeld aus dem Finanzministerium einsetzte. Als die Sache im Vorjahr aufflog, hätte Kurz ihn dann unter Druck gesetzt, um selbst sauber auszusteigen. Wie bereits US-Schriftsteller John Steinbeck sagte: “Es ist besser, sich mit zuverlässigen Feinden zu umgeben, als mit unzuverlässigen Freunden.” Schmid fühlte sich verraten und plante seine Vendetta, indem er schwarze “Familien”-Geheimnisse ausplauderte.

Wochenblick berichtete bereits vor Monaten, dass die Aussagen von Schmid die Volkspartei ins Schwitzen bringen könnten:

Langer Rede KURZer Sinn: Gelegenheit ohne Diebe

Die “Liebe” zu seinem Kanzler war bei Schmid seitdem offenbar nicht mehr so “devot” – nun gibt er sich als Geläuterter. Und die ÖVP zittert, und Kurz zittert mit ihr. Ganz untypisch für den einstigen Message-Control-Regierungschef lancierte Kurz am Mittwoch ein ellenlanges Dementi auf Facebook. Seine Strategie: Die Vorwürfe Schmids seien nicht in seinen Chatnachrichten zu finden, die Meinungsforscherin & Kronzeugin Sabine Beinschab habe er auch nicht gekannt. Sein Name ist Hase, er weiß von nichts…

Und überhaupt habe er Finanzministerium-Gelder nicht nötig gehabt, da ihm als Außenminister und “Junge ÖVP”-Chef und später als ÖVP-Chef ja ohnehin Abermillionen Steuergeld zur Verfügung gestanden hätten: “Was hätte es daher für mich für einen Sinn gemacht, einige zehntausend Euro pro Jahr im Finanzministerium zu veruntreuen?” Ganz nach dem Prinzip: Gelegenheit macht Diebe, aber wozu den kleinen Taschendiebstahl, wenn man sich doch anderorts viel ausgiebiger hätte bedienen können…

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Nehammers unrunder Geburtstag

Während Kurz und Sobotka also weiter betonen, dass sie die Unschuld in Person seien und sich nie etwa zu Schulden kommen hätten lassen, bemüht sich der aktuelle ÖVP-Chef und Pannen-Kanzler Karl Nehammer, den Laden irgendwie zusammen zu halten. Er faselte irgendetwas von “voller Aufklärung durch die Behörden” und lenkte sonst ab: Es gebe “viele konkrete und unkonkrete Aussagen von Thomas Schmid gegen viele Personen im Raum, deren Wahrheitsgehalt niemand von uns überprüfen kann.”

Außerdem, so Nehammer, habe er “das Land durch eine Krise zu führen”. Das klingt für viele Österreicher wie ein Hohn: Trotz Gas-Bettelreisen Nehammers in aller Herren Ländern droht unserer Heimat weiter ein Energie-Lockdown im Winter. Dem gemeinen Volk stellte er in Aussicht, dass sie sich nur noch zwischen “Alkohol und Psychopharmaka” entscheiden könnten. Eines ist aber klar: Seinen gestrigen 50. Geburtstag dürfte sich der “Cobra Libre”-Kanzler anders vorgestellt haben als reinen Wein über die mutmaßlichen Machenschaften der Seinen eingeschenkt zu bekommen.

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