Häfenbrüder, Glücksspielkönige und die „soziale Gerechtigkeit“ der SPÖ

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Fragwürdiger Imagewandel

Häfenbrüder, Glücksspielkönige und die „soziale Gerechtigkeit“ der SPÖ

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Was lange allen egal war, nimmt in den sozialen Netzwerken mittlerweile Fahrt auf: Der Geschäftsführer der SPÖ Oberösterreich fand erst spät zu seiner sozialistischen Gesinnung. Denn bisher war er mit ganz anderen Lagern verstrickt, die ganz und gar nicht zur Sozialromantik der roten Genossen passen.

  • Grafik in sozialen Medien zeigt Verbindungen Brockmeyers zu General Zagorec, Glückspiel-Magnat Gauselmann und Birgit Gerstorfer (SPÖ)
  • Ex-General Vladimir Zagorec in Kroatien verurteilt und in Hypo-Skandal verwickelt
  • Brockmeyer als Sprecher der Casino Baden AG
  • FPÖ-Klubobmann im OÖ Landtag, Herwig Mahr stellt Glaubwürdigkeit Brockmeyers in Frage

Ein Gastkommentar von Gerhard Einsiedler

Es ist eine unscheinbare Facebook-Grafik, die mir auch über WhatsApp zugesandt wurde: „Die Karriereleiter von Georg Brockmeyer“, SPÖ-Geschäftsführer in Oberösterreich. Wahlkampf-Stratege, deutscher Import-Sozialist, Mann für kantige Rhetorik. Auf dem Bild wird ihm aber seine bisherige Karriere vorgehalten. In den Kommentaren wählen die Nutzer wenig schmeichelhafte Worte.

Dieses Bild verbreitet sich in den sozialen Netzen wie WhatsApp.

Verurteilter Ex-General

Was in den sozialen Netzwerken für Wirbel sorgt: Ehe Georg Brockmeyer zu SPÖ-Spitzenkandidatin Birgit Gerstorfer nach Linz wechselte, hatte er in seiner Berufslaufbahn ganz andere Charaktere in der Bearbeitung.

Ganz früher, es ist lange aus, soll Brockmeyer den kroatischen Ex-General Vladimir Zagorec beraten haben. Zagorec wurde mehrfach verurteilt, in Kroatien saß er sogar in Haft. In Österreich soll er im Kärntner Hypo-Skandal für sich Millionen zur Seite geschafft haben. Zumindest 2007 ritt Brockmeyer medial noch für Zagorec aus, damals als Mediensprecher der Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger und Partner. Die Hypo-Verurteilung von Zagorec erfolgte Jahre später.

Glücksspiel und fürstlich zocken

Später begeisterte sich Brockmeyer fürs Zocken und Glücksspielen: „Durch die verwaisten Gemächer führt bei Bedarf ein freundlicher Herr, der zum kanariengelben Jackett Schiebermütze trägt: Georg Brockmeyer, PR-Agent im fürstlichen Auftrag. Unter böhmischen Bleikristalllüstern, blätternden Brokattapeten und sieben Schichten Blattgold an den Wänden spricht er wie einer, der seinen Auftrag schon erfüllt hat. ‚Hier oben kommt das Grand Jeu hin und da, über die Ehrenrampe, fahren zum Valet Parking die High Roller vor‘.“ Original-Zitat aus dem Magagzin „Spiegel“ aus dem Jahr 2014. Damals war Brockmeyer Sprecher der Schweizer Stadtcasino Baden AG und begeisterter Glücksspiel-Befürworter, mit Größen der Glücksspielszene wie Paul Gauselmann vernetzt.

FPÖ-Mahr zweifelt an Brockmeyers Glaubwürdigkeit

Brockmeyer legte einen zumindest auffälligen Lebens- und Gesinnungswandel hin, zu dem er sich heute auf Nachfrage des Wochenblick nicht mehr äußern möchte. Heute nämlich schwadroniert er davon, dass er „steuerliche Schlupflöcher für Extremreiche stopfen“ wolle und fabuliert von „sozialer Gerechtigkeit“. Diese Ungereimtheiten im Belang der Glaubwürdigkeit fielen bisher niemandem auf, außer dem FPÖ-Klubobmann im OÖ Landtag, Herwig Mahr. Dieser hatte vor Monaten eine umfangreiche Aussendung zu dem Thema gemacht, kritische Journalisten hatten sich wenige gefunden… Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Es wäre im Sinne der Sozialdemokratie und im Sinne der ganzen Politik, hier klare und abgrenzende Worte zu finden. Es gilt Glaubwürdigkeit zu erhalten. Immerhin wäre es schade, zumindest im Sinne der Wähler, wenn der ehemalige SPÖ-Parteiboss Christian Kern rechtbehalten sollte, der einmal so salopp gesagt hat: „95 Prozent der Politik besteht aus Inszenierung.

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