Holland: Gewinnt dieser Islamkritiker die Wahlen?

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Holland: Gewinnt dieser Islamkritiker die Wahlen?

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Geert Wilders’ „Partei für die Freiheit“ (PVV) wäre jüngsten Umfragen zufolge jetzt die stärkste Partei in den Niederlanden. Die nächsten Parlamentswahlen stehen im März 2017 an.

Offensichtlich hat Wilders’ kürzlich erfolgte „Verurteilung wegen Diskriminierung und Beleidigung von Marokkanern“ der momentan drittstärksten Kraft im Land erneuten Aufwind gebracht. Gegen Wilders wurde übrigens keine Strafe verhängt.

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Kornelia Kirchweger / Foto: Privat

„Wollt ihr weniger oder mehr Marokkaner?“

Die gegen ihn eingebrachten Strafanzeigen, wegen Rassismus, Verhetzung bzw. Anstiftung zum Hass konnten nicht belegt werden. Hintergrund der hochgespielten Politaffäre: 2014 hat Wilders bei einem Kommunalwahlauftritt seine Anhänger gefragt: „Wollt ihr weniger oder mehr Marokkaner?“ „Weniger, weniger, weniger“, riefen die Menschen. Wilders darauf: „Dann werden wir das regeln“.

Wilders, der beim niederländischen Establishment als Rechtspopulist und islamfeindlich gilt, war entsetzt über das Urteil und sprach von Politjustiz, die seine Redefreiheit einschränken und ihn kurz vor den Wahlen ausschalten wolle.

„Niemand wird mich zum Schweigen bringen“

Doch „niemand wird mich zum Schweigen bringen“, er werde das „schändliche Urteil“ des Gerichtes anfechten. Nach der Urteilsverkündung meinte Wilders in einer öffentlichen Stellungnahme (in voller Länge hier), die Niederlande seien zu einem kranken Land geworden. Seine Botschaft an die Richter: Sie irren! Marokkaner seien keine Rasse, und Leute, die Marokkaner kritisieren, seien keine Rassisten. Auch er und seine Wähler nicht. Millionen von Niederländern hätten die Political Correctness satt.

Sie hätten die Elite satt, die sich nur um sich selbst kümmert und den gewöhnlichen Niederländer ignoriert. An die Richter gewandt: „Sie haben die Redefreiheit von Millionen Niederländern eingeschränkt und also jeden verurteilt. Niemand traut Ihnen mehr. Doch glücklicherweise sind Wahrheit und Freiheit stärker als Sie. Und ich auch“. Er werde niemals schweigen, betonte Wilders und niemand könne ihn stoppen.

Gegen islamische Einwanderung

Wie in Österreich die FPÖ, lehnt Wilders einen EU-Beitritt der Türkei ab, er will die Einwanderung in die Niederlande strikter beschränken und tritt einer Islamisierung des Landes entgegen, da diese im Gegensatz zu westlichen Werten stehe. So fordert er ein Kopftuchverbot für öffentliche Gebäude. Seine Kritik gegen Muslime bezieht sich insbesondere auf jene, die ihre Stimme nicht gegen den radikalen Islam erheben und der wörtlichen Auslegung des Korans, Krieg gegen Ungläubige zu führen, nicht widersprechen.

Was von den Medien kaum erwähnt wird, sind Wilders progressive Standpunkte in Bezug auf die Rechte der Frauen und sexuellen Minderheiten – was andererseits sehr im Widerspruch zum Islam steht. Wilders vertritt zudem eine sehr linke Position im Bereich der Sozialpolitik. Er ist übrigens Agnostiker, seine Mutter kommt aus Indonesien.

Kornelia Kirchweger

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