Journalisten lassen nach Brexit die Maske fallen

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Journalisten lassen nach Brexit die Maske fallen

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„Diese EU ist am Ende“, titelte am Tag nach dem britischen Volksentscheid Österreichs größte Tageszeitung. Und mit „dieser EU“ meinte sie die EU der Eliten und Moralapostel, meinte sie den Staatenbund der Großkonzerne und Lobbys.
„Wieder einmal zeigt sich, dass Volksabstimmungen in bestimmten Fragestellungen nicht durchgeführt werden dürfen“. – Was ein typischer Gutmensch beim Nachrichtendienst Twitter voll Zorn hinausposaunte, versuchten zwei „Leitmedien-Journalisten“ intellektuell zu erklären. Und was sie sagten, ist erstaunlich.

Brutale Briten-Beleidigungen

Jakob Augstein bezeichnete das Referendum im „Spiegel“ als „Pest“. „Die Briten sind irre“, schrieb Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der BILD-Zeitung, sie hätten beschlossen „sich selbst in den Kopf zu schießen.“ Beide Journalisten trafen einander auch noch im TV-Kanal „Phoenix“, um sich in einer rund zehnminütigen Gesprächsrunde vollkommen zu demaskieren. Für BILD-Redakteur Blome sei die Volksabstimmung Großbritanniens „tödlich für Europa“. „Demagogen, Schlappschwänze, Irre“ hätten die Leute „verdummt“, die Masse hätte sich den „gesunden Menschenverstand wegquatschen lassen“.

Demokratiefeindlich und stolz darauf?

Ähnlich, nur blumiger, formuliert es Jakob Augstein:
„Wir haben uns daran gewöhnt, zu sagen ,wir sind demokratisch‘ (…) Dass das in Wahrheit immer viel komplizierter war, haben wir irgendwie vergessen den Leuten beizubringen. Deutschland ist vor allen Dingen nach dem Zweiten Weltkrieg so erfolgreich gewesen, weil es eine unabhängige Zentralbank hatte: Null Demokratie. Ein unabhängiges Verfassungsgericht: Null Demokratie. Und eben diese beiden Institutionen, die das höchste Ansehen hatten, waren jene, die nicht demokratisch legitimiert waren. Hallo? Das wird vielleicht kein Zufall sein. Das bedeutet: Natürlich ist es ein Irrtum zu glauben, je mehr man die Leute fragt, desto besser ist das Ergebnis. Diese Referenden sind an sich falsch. Das ist das Problem. Und den Mut muss man haben, das den Leuten zu erklären. Und ehrlich gesagt müssen auch wir als Journalisten das den Leuten erklären.“ Danke für die Erklärung!

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