Keine Qualifikation? Kein Problem: Werden Sie Politiker!

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Keine Qualifikation? Kein Problem: Werden Sie Politiker!

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Jeder Job hat ein Anforderungsprofil: Ein Lehrling muss eine passende Lehrabschlussprüfung bestehen; für sehr viele Gewerbe muss man zur Erlangung des Gewerbescheins eine Meisterprüfung absolvieren. Für manche Jobs ist ein abgeschlossenes Studium Voraussetzung – nur für den Job als Politiker braucht man offenbar keine geeignete Ausbildung.
Ich traue Politikern zu, dass sie sich im Laufe der Zeit hohe Kompetenz in ihrem Aufgabenbereich erarbeiten können, auch wenn sie über keine entsprechende Ausbildung verfügen. Die Besetzungen und Rochaden bei Ministerposten lassen einen jedoch häufig zweifeln, dass hier Kompetenz am Werk sein kann. Da gibt es Minister, die sich offenbar in jedem Resort auskennen und munter die Posten wechseln. Es ist schwer nachvollziehbar, dass eine Person die Geschicke eines Landes von einem zum anderen Tag in ganz unterschiedlichen Disziplinen leiten kann.

Polizisten als Chirurgen – oder Juristen als Elektriker?

Würden Sie gern von einem Polizisten operiert werden? Glauben Sie, dass ein Elektriker von heute auf morgen als Richter eingesetzt werden kann? Soll ein Jurist Ihre Stromleitungen verlegen? Was dem Hausverstand widerspricht, ist leider politische Realität. In der (noch) freien Wirtschaft wären solche Jobbesetzungen undenkbar. Doch wenn es um den Umgang mit dem von uns Steuerzahlern finanzierten Staatshaushalt geht, ist offenbar kein Anforderungsprofil vorhanden. „Parteisoldat“ zu sein reicht offenbar aus. Während in vielen Bereichen laufende Fortbildungen verpflichtend sind und verantwortungsvolle Positionen teils nur mit zusätzlichen Prüfungen erreicht werden können, sind für politische Positionen Qualifikationen Mangelware. Parteibuch und Lobbying in den eigenen Reihen genügen, um einen tollen Job zu ergattern.
Warum sollte ein Ministerposten nicht ein „Mindestanforderungsprofil“ haben? Eine abgeschlossene fachliche Ausbildung inklusive mehrjähriger Berufserfahrung wäre die Grundvoraussetzung – so wie in der Wirtschaft üblich. Auch „Staatsmanager“ sollten Erfahrung und Qualifikation mitbringen. Das ist doch wohl nicht zu viel verlangt?!

 

Dr. Herbert Samhaber

[email protected]

 

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