Krenglbacher fordert Menschlichkeit von Anschober und Regierung ein

Menuetheater-Chef Hannes Angerer trotzt Corona-Krise

Krenglbacher fordert Menschlichkeit von Anschober und Regierung ein

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In einem offenen Brief an Rudolf Anschober fordert der zurzeit arbeitslose Krenglbacher Künstler Hannes Angerer den Gesundheitsminister und die Regierung auf, in der Krise auch „Menschlichkeit“ zu zeigen.

von Kurt Guggebichler

„Na, wie geht es dir als Langzeitarbeitslosem?“ – Der Erfinder und Chef des weithin bekannten „Menuetheaters“ lächelt bei dieser Frage nur gequält.

Eigentlich hat der 61-jährige Krenglbacher immer gern gelacht und bereits in jungen Jahren als „Clown Hanniboi“ dafür gesorgt, dass dies auch andere Menschen gern und oft tun.

Humor statt Verzweiflung

Doch seit dem 7. März dieses Jahres, nachdem die sogenannte Corona-Krise bereits voll ausgebrochen war, ist ihm und auch anderen das Lachen ein wenig vergangen.
„Das war der Tag, an dem ich mit meinem Menuetheater zum letzten Mal aufgetreten bin“, sagt Hannes und seitdem leben er – und wohl auch seine Ensemblemitglieder – von ihren Reserven.

Über seine finanzielle Situation will er gar nicht klagen. Dennoch hielt er den Lockdown und alle damit einhergehenden Maßnahmen von Anfang an für überzogen. Dass er daran nicht schon längst verzweifelt ist, verdankt er seinem positiven Gemüt und seiner Nebenbeschäftigung mit vielen schönen, geistigen und gehaltvollen Dingen des Lebens, wie er betont.

Damit beschäftigt sich Angerer schon seit seinem privaten Leidensweg, den er vor vielen Jahren gegangen war, und der ihn dazu gebracht hatte, sich mehr um die eigene Seele und ein bisschen auch um die Seelen und Gefühle seiner Mitmenschen zu kümmern.

„Ärztejammerpräsident“

Denn gerade die Seele, das zeigt ihm die Corona-Krise ganz deutlich, würde in Zeiten wie diesen ziemlich verkümmern. Das Maskentragen und das Abstandhalten verändere die Menschen, lasse sie in ein Einsamkeitsloch fallen.

Deshalb wäre es für Angerer auch „ein Wahnsinn“, würde man eines Tages vielleicht anordnen, dass Kinder auch während des Unterrichts Masken zu tragen hätten. Für den Ärztekammerpräsidenten, der für Hannes „ein Ärztejammerpräsident“ ist, scheine dies jedoch durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen.

Dieser hält es für zumutbar, auch den Unter-12-Jährigen Masken zu verordnen, wie er schon im Fernsehen sagte.

Maskengegner

„Ich bin ein Gegner der Maske“, stellt Angerer klipp und klar fest: „Ich habe lange Kinder-Theater gespielt und als Clown auch oft eine Maske getragen. Ich weiß, was das heißt …“ Aber diejenigen, die Angst hätten und sich fürchteten, sollten sie ruhig aufsetzen.

Das Maskentragen sollte seiner Auffassung nach generell den Menschen in Eigenverantwortung überlassen sein. Das hat Angerer vorige Woche auch in einem offenen Brief an Gesundheitsminister Rudi Anschober geschrieben.

Hannes bezeichnet ihn immer nur als „Angstschieber“, weil Anschober die Angst regelrecht schüre, was einer Stärkung der Abwehrkräfte jedoch entgegenwirke, wie Angerer betont.

Dass gerade während der heißen Phase der Krise Bewegung und Sport wie auch die wichtige Aufnahmemöglichkeit von Sonnenlicht (Vitamin D) durch Spazierengehen eingeschränkt wurden, findet Angerer nicht gut. Denn all dies benötige der Mensch, um sein Immunsystem zu stärken und um gegen das Virus und andere Krankheiten gewappnet zu sein.

Wer über ein gutes Immunsystem verfüge, würde dann auch aufs Impfen verzichten können, schrieb Hannes dem Gesundheitsminister, dem er zur Pandemiebekämpfung sowieso die Herdenimmunisierung empfiehlt.

Auch Humor sei ein wichtiger Begleiter durch die Krise, findet der Chef des Menuetheaters. Seine Zeit als Beschäftigungsloser, zu dem ihn die Regierung mit ihren Maßnahmen gemacht hat, vertreibt er sich mit einem für seine Mitmenschen eingerichteten „YouTube“-Kanal“.

Leben muss weitergehen

„Dieser begleitet die Leute fröhlich durch die Krise“, erläutert Angerer. „Ich habe ihm den Namen ‚spirituelle Wein-Weg-Begleitung gegeben‘, weil ich die Beiträge – Erkenntnisse, Weisheiten, Ratschläge – zum Teil in meinem Weinkeller produziere.“

Über 100 Beiträge hat Angerer mittlerweile schon veröffentlicht. Darunter befindet sich auch sein vorige Woche ins Netz gestellter offener Brief an den Gesundheitsminister, der mitsamt der Regierung von Hannes aufgefordert wird, in der Krise auch „Menschlichkeit“ zu zeigen.

Erwartet sich Hannes eine Antwort vom Minister? „Nicht unbedingt“, sagt der Krenglbacher Briefschreiber, der auch die viel propagierte Rückkehr zur alten Normalität nicht für so wichtig hält.

Da das Leben ständige Veränderungen unterliege, werde es diese alte Normalität seiner Auffassung nach auch nicht geben können. Doch weitergehen sollte es allmählich irgendwie schon – auch mit der Wirtschaft.

Um auf die Situation älterer, arbeitsloser Künstler, wie auch er einer ist, hinzuweisen, hat Angerer ein T-Shirt entworfen, auf dem zudem der Hinweis „NO MASK“ aufgedruckt ist.

„Gegen eine freiwillige Spende zur Unterstützung eines arbeitslosen Künstlers“, sagt Hannes grinsend, „wird dieses T-Shirt an jeden verschickt, der es haben möchte.“

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