Krisen-Hammer: Sri Lanka verbietet Sprit-Verkauf an Private

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Engpässe werden immer schlimmer

Krisen-Hammer: Sri Lanka verbietet Sprit-Verkauf an Private

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Während die Politiker hierzulande die Bevölkerung auf harte Zeiten und auf Verzicht einstimmen und zugleich zum Sparen aufrufen, zeigt sich in anderen Ländern schon, wie es weitergeht und was auch hier in den nächsten Monaten blühen könnte. In Sri Lanka wird die Krise von Wochen zu Woche schlimmer. Die Menschen können sich das Leben nicht mehr leisten und demonstrieren auf den Straßen, die Regierung antwortet mit Gewalt.

Nun gibt es auch keinen Sprit mehr. Benzin und Diesel werden rationiert und nicht mehr an Private verkauft – zunächst angeblich einmal für 14 Tage. So gestaltet sich derzeit die Wirtschaftskrise in Sri Lanka. Allzugut war es um die Wirtschaft des Inselstaates auch zuvor nicht bestellt, aber die Corona-Pandemie und die durch die Maßnahmen verursachte weltweite Wirtschaftskrise und die steigenden Preise schlagen nun gnadenlos zu.

Nationaler Notstand ausgerufen

Seit April kommt der Staat nicht mehr zur Ruhe. Zunächst kam es zu Lebensmittelknappheit und die Lebenserhaltungskosten stiegen. Auch Treibstoffmangel und Stromausfälle kamen hinzu – denn die Stromerzeugung erfolgt mittels Treibstoff. Gegen die protestierenden Bürger, die sich ihr Leben nicht mehr leisten können, reagierte der Staat mit Härte. Präsident Gotabaya Rajapaksa rief den nationalen Notstand aus, Polizei und Militär bekamen mehr Befugnisse und sollten die Proteste unterdrücken. Es kam zu Zusammenstößen und Verletzten.

Rationierung von Treibstoff

Durch die zuletzt immer stärker gestiegenen Weltmarktpreise für Öl und Treibstoffe muss in Sri Lanka nun rationiert werden, denn mit Einkäufen am Weltmarkt konnte man die Knappheit im eigenen Land nicht beseitigen. Sprit wird nun bis zum 10. Juli nur noch für unbedingt notwendige Systemerhalter ausgegeben. Sprich: Nur für den Gesundheitsbereich, Sicherheitskräfte, Flughafen oder Transport der ohnehin knappen und teueren Lebensmittel. Zugleich wurden auch Behörden oder Schulen geschlossen, weil der Transport der Schüler nicht mehr zu bewerkstelligen war.

Stromerhöhung um 800 Prozent

Ob die Sperre des Verkaufs an Private am 10. Juli wieder aufgehoben wird, ist offen. Denn bereits Anfang April hatte Sri Lanka Indien und China sowie den internationalen Währungsfond um finanzielle Unterstützung gebeten, denn faktisch geht dem Staat alles aus: Energie, Lebensmittel und Medikamente. Zudem kündigen sich bereits weitere Preiserhöhungen an.

Ein Stromversorger gab erst vor wenigen Tagen bekannt, dass die Strompreise angehoben werden sollen – um 800 Prozent. Auch diese Erhöhung werden sich viele nicht leisten können. Deshalb soll laut Energieminister demnächst bei Russland wegen billigen Öls angefragt werden.

Die Sorge, dass es auch in Europa zu Rationierungen – sogar von Strom – kommen kann, machte sich bereits im Vorjahr breit:

Exportbeschränkungen für Treibstoff durch USA

Das bis jetzt wenig Hilfen nach Sri Lanka kamen dürfte auch daran liegen, dass Staaten wie China, die selbst auf Ölimporte angewiesen sind, die Ausfuhr verarbeiteter Produkte reduziert haben, um die Versorgung der eigenen Bevölkerung sicherzustellen. Dies könnte auch bald in Europa für weitere Probleme sorgen. Denn noch bezieht man etwas günstigeres Leichtöl aus den USA. Doch auch dort steigen die Preise und es stehen die Wahlen zum Kongress an, für die Biden genug Wähler braucht, um den Demokraten die Mehrheit zu sichern.

Möglich wäre da innenpolitisch einzugreifen und Exportbeschränkungen für Benzin und Diesel einzuführen, um die Preise zu senken. Denn die nationalen Ölreserven wurden schon freigegeben um die Preise zu senken. Exportbeschränkungen würden sich jedoch in Europa mit weiteren Preissteigerungen und Verknappungen niederschlagen

Krise nicht mit 70er Jahren vergleichbar

Bereits Ende Mai warnte der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, vor Engpässen bei Sprit und Kerosin, wenn die Urlaubs- und Reisesaison in Europa und den USA beginnt. Außerdem bezeichnete er die Vergleiche mit den 1970er Jahren, als es autofreie Tage usw. wegen der Ölkrise gab, als nicht passend. Denn heute sei es viel schlimmer als damals.

Damals hätte es nur eine Ölkrise gegeben, nun habe man aber eine Ölkrise, eine Gaskrise und eine Stromkrise zugleich – eine Energiekrise. Denn Russland sei der Eckpfeiler des globalen Energiesystems gewesen, “der weltgrößte Ölexporteur, der weltgrößte Gasexporteur, ein führender Anbieter von Kohle”, so Birol gegenüber dem Spiegel.

Die Reaktion der Polit-Darsteller? Sie fordern die Bürger zu Verzicht auf!

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