Leistungsschau einer verheerenden Sicherheitspolitik

Genau so aufregend:

Leistungsschau einer verheerenden Sicherheitspolitik

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Dass das Bundesheer seine heurige Leistungsschau streicht, weil wieder einmal gespart werden muss, muss einen nicht überraschen. Die Truppe ist budgetären Kummer und Leid gewöhnt.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Dass unser Heer am Nationalfeiertag nun nicht zeigen kann wie und womit es die ihm zugedachten Verteidigungsaufgaben für sein Land erfüllt, ist aber weniger schlimm als die Tatsache, dass es dazu bald wirklich nicht mehr in der Lage sein dürfte, weil die dafür benötigten finanziellen Mittel hinten und vorn fehlen.

Aber was für jede Feuerwehr Gültigkeit hat, gilt auch für das Bundesheer: Ohne Geld ka Musi! Doch während Geld zur Betreibung der Feuerwehren im Bedarfsfall schnell zur Verfügung gestellt wird, weil keiner riskieren möchte, dass seine Stadt oder sein Dorf ein Raub der Flammen wird, scheint man um die Sicherheit des Hauses Österreich weniger besorgt zu sein und offensichtlich will sich auch kaum wer wirklich darum kümmern.

Dass ist freilich nicht die Schuld der Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere des Bundesheeres, die sich schon seit mehr als 60 Jahren allen Widrigkeiten zum Trotz wacker durch sämtliche Neuaufstellungen, Umgliederungen, Abbau- und Sparvorhaben lavieren. Es ist die Schuld der politischen Führer ihres Landes und eines Großteils seiner Bevölkerung, die mit dem Bundesheer als militärische Eingreiftruppe nie wirklich etwas anzufangen wussten.

Nur zum Schneeschaufeln im Winter und bei Hochwasserkatastrophen hat man immer wieder gern nach den Soldaten gerufen und diese auch gut gebrauchen können. Dass diese aber eigentlich dazu da sind, im Ernstfall unsere Heimat und Neutralität zu verteidigen, kann oder will man sich nicht vorstellen.

Die derzeit in Gang gesetzten Sparmaßnahmen, sind auch nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, um zunächst einmal den völligen Kollaps des Heeres zu verhindern. Um das Bundesheer zu einer Truppe mit ernstzunehmender Schlagkraft werden zu lassen, braucht es nämlich ein bisschen mehr als nur 47 Millionen Euro, die derzeit akut fehlen.

Potentielle Wiener Heldenplatzbesucher müssen nicht weinen, wenn sie am Nationalfeiertag um ihr martialisches Spektakel sterben. Stattdessen gibt es für sie schon jetzt eine „Leistungsschau“ der österreichischen Sicherheitspolitik, die nicht nur ziemlich blamabel, sondern in höchstem Maß gemeingefährlich und daher nicht weniger aufregend ist.

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