Liebe Gutmenschen – wir sind nicht für Syrien verantwortlich!

Liebe Gutmenschen – wir sind nicht für Syrien verantwortlich!

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Was die Frau von heute so alles muss 1Der „Wochenblick“ ist mittlerweile eine Zeitung, die nicht nur in Oberösterreich stark verbreitet ist, sondern über sein Netzportal mittlerweile in ganz Österreich Beachtung findet.

Da kann es natürlich nicht ausbleiben, dass wir auch Menschen erreichen, die uns kritisch, ablehnend oder gar feindlich gesinnt sind. Zu diesen gehört ganz offensichtlich Herr Franz H. aus Linz, der mir, bezugnehmend auf meine Kolumne „Dschihad im Kinderzimmer?“ (Wochenblick 12/2016), geschrieben hat.

Pseudo-moralische Überheblichkeit

Ich erwähne dies deshalb, weil die Zuschrift typisch für die Weltsicht der Gutmenschen ist und vor allem auch für deren Art zu argumentieren: Nämlich primär mit einer pseudo-moralischen Überheblichkeit, die man für ausreichend erachtet, um Andersdenkende mundtot zu machen – ohne, dass man dabei in der Sache eigentlich stichhaltige Gründe für seine Position anführen könnte…

Herr H. schreibt mir: „Die westliche Welt versorgt Kriegsgebiete mit Waffen und macht Geschäfte mit Diktatoren, gleichzeitig werden die Entwicklungshilfegelder immer stärker gekürzt. Fahren Sie einmal nach Syrien, verbringen Sie einen Monat in Aleppo und machen Sie sich zu Fuß auf nach Österreich, vielleicht gibt Ihnen das die erforderlichen Einblicke um nachzudenken“.

Einwanderungsbefürworter tragen Mitschuld

Schon allein damit verrät er, wie wenig er mit den Fakten zurechtkommt und dass er eigentlich auch das, was ich ausgeführt habe, nicht verstanden hat. Die besagte Kolumne endete mit dem Satz, dass „meiner Meinung nach diejenigen, die uns die mit der Einwanderung verbundenen Probleme beschert haben, diese auch lösen“ sollten.

Österreich versorgt keine Kriegsgebiete mit Waffen und ich auch nicht. Auch wenn mich die schrecklichen menschlichen Schicksale in Syrien berühren und ich dafür bin Kriegsflüchtlingen zu helfen, sind wir für den Bürgerkrieg nicht verantwortlich! Und es gilt auch festzuhalten, dass als Kriegsflüchtlinge vorwiegend Frauen und Kinder gelten dürfen – und keineswegs fahnenflüchtige junge Männer, die ihre Heimat und ihre Familien feige im Stich lassen.

Selbst Verantwortung übernehmen

Hier muss endlich das Verursacherprinzip gelten: Die USA und die anderen beteiligten Staaten sind hierfür in die Pflicht zu nehmen – aber nicht wir! Auch die Sinnhaftigkeit der Entwicklungshilfe ist zu hinterfragen, angesichts bis heute nicht erkennbarer Fortschritte. Vor allem muss klar sein, dass wir uns nicht mit „pseudo-moralischen Druck“ erpressen lassen. Denn welche „Moral“ soll das sein, die uns zwingt, als Sozialamt der Welt ausgeplündert zu werden? Nein – das ist keine Moral, sondern wohl eher eine ideologisch bedingte, zwanghafte Vorstellung, die uns einzureden versucht, dass wir alleine für die Probleme der Welt verantwortlich und zuständig wären.

Ich rate jenen, die uns Vorhaltungen machen und meinen, jeden realistisch denkenden Menschen ins rechte Eck stellen zu müssen, selbst einmal mit gutem Beispiel voranzugehen und selber (wie mir geraten) nach Aleppo zu fahren und dort Verantwortung zu übernehmen. Unsere Bewunderung und unser Beifall ist ihnen sicher, wenn sie das Elend in der Welt reduzieren – anstatt es auf unsere Kosten nach Europa zu importieren.

Ein Kommentar von Nicole Di Bernardo, [email protected]

++++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen kritischen Journalismus unterstützen?
Dann tun Sie das mit einem ABONNEMENT unserer Wochenzeitung!

21. Juli in Linz: Wochenblick lädt zum ersten Lesertreffen!

Liebe Gutmenschen – wir sind nicht für Syrien verantwortlich! TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel