Muss Stichwahl wiederholt werden?

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Muss Stichwahl wiederholt werden?

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Natürlich nicht, denn eine Wiederholung gäbe es nur, wenn tatsächlich Stimmengleichheit vorliegen würde. Wer Bundespräsident wird, wird endgültig erst am Montag Nachmittag feststehen. Bei der Hochrechnung um 18 Uhr (über 90% der Stimmen ausgezählt) lagen die beiden Kandidaten Kopf-an-Kopf mit 50 Prozent. In einer ersten Reaktion freuten sich die Grünen, dass die breite Unterstützung – quer durch alle Lager – die Aufholjagd Van der Bellens möglich machte. Die FPÖ empfindet es als „großen Erfolg“, dass trotz „des Schulterschlusses im Polit-System“ mehr als 2 Millionen Österreicher für Hofer stimmten.

Politische Wahlmotive

Die Mobilisierung quer durch alle Lager „gegen rechts zieht offenbar noch“, analysiert Alexandra Föderl-Schmid vom „Standard“: „Für viele Van-der-Bellen-Wähler war das wichtigste Motiv, ein Zeichen gegen rechts zu setzen.“ Dadurch, so Rainer Nowak („Die Presse“), sei das Land „definitiv gespalten“. 68% wählten Norbert Hofer, weil er – aus ihrer Sicht – die Sorgen der Menschen ernst nehmen würde. Van der Bellen-Wähler glaubten vor allem, dass er als Präsident Österreich im Ausland am besten vertreten würde (66%).

Hofer-Wähler sind Nazis, Faschisten oder Idioten

Ob die Medien im Falle einer Niederlage Norbert Hofers auch die mehr als 2 Millionen Hofer-Wähler als „dumm“ oder „rechtsextrem“ verunglimpfen bleibt offen. Bereits vor der Stichwahl bezeichnete im Kurier-Interview der linke Literat Robert Menasse die Hofer-Wähler als Nazis oder Idioten: „Ich frage Sie, was es für einen Unterschied macht, ob einer, der Nazis wählt, ein Nazi ist oder nicht. Hofer ist einer. Punkt. Man ist nicht in einer deutschnationalen Verbindung und man trägt keine Kornblume im Knopfloch und man trägt keine weißen Stutzen zur Tracht, wenn man kein Nazi ist. Denn wenn man das alles tut und wirklich kein Nazi ist, dann ist man ein Vollidiot. Also gut, Hofer ist kein Vollidiot. Sagen wir, er bekommt eine Million Stimmen. Wie nennen wir diese Stimmen? Wir nennen sie Stimmen für einen Nazi. Und ob die Wähler, die diese Stimmen abgegeben haben, sich selbst als Nazis bezeichnen oder als Patrioten oder als Volk oder als sonst irgendetwas, ist doch völlig unerheblich!
Dabei glaube ich sogar, dass die meisten keine Nazis sind. Ehrlich nicht! Sie sind Faschisten. Schlimm genug. Oder Idioten. Ebenfalls schlimm genug.“

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