Fake News zu Klinik-Angriff: Angeblich tote Bloggerin bringt Tochter zur Welt

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Russlands Botschaft warf ihr Schauspielerei vor

Fake News zu Klinik-Angriff: Angeblich tote Bloggerin bringt Tochter zur Welt

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Der Krieg in der Ukraine wird natürlich auch auf propagandistischer Ebene geführt. Im Zuge des Beschusses eines Krankenhauses in Mariupol, vermeintlich durch russisches Militär, soll eine schwangere ukrainische Influencerin verletzt worden sein. Die russische Botschaft in Großbritannien veröffentlichte auf Twitter Bilder einer verletzten Schwangeren und warf ihr Schauspielerei vor. Die Tweets wurden mittlerweile gelöscht und die Bloggerin brachte ihr kleines Mädchen mittlerweile zur Welt. Auf Twitter heißt es, laut Verwandten seien beide wohlauf.

Laut ukrainischen Berichten gab es einen angeblich gezielten Angriff auf eine Geburtsklinik in Mariupol durch russisches Militär. Dieser Darstellung widerspricht der Kreml laut einem Medienbericht vehement. Erst kürzlich berichtete Wochenblick über eine angebliche Inszenierung eines Krankenhausbesuches von Selenski. Der Propagandakrieg ist in vollem Gange.

Informationskrieg im Krieg: Widersprüchliche Darstellungen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow begründete den Angriff ursprünglich damit, dass das Krankenhaus angeblich eine Basis für „ukrainischen Nationalisten“ gewesen sei. Das Krankenhauspersonal sei „vor die Tür gesetzt worden“. Später hieß es dann aus dem russischen Verteidigungsministerium allerdings, der Angriff sei eine „Inszenierung“ ukrainischer „Nationalisten“ – also eine sogenannte „False-Flag“-Operation gewesen. Kein Ziel in Mariupol sei von der russischen Luftwaffe zerstört worden.

Botschaft wirft Influencerin Schauspielerei vor

Die russische Botschaft in Großbritannien „bestätigte“ dies am Donnerstag via Twitter und postete dazu zwei Bilder: Das erste Bild zeigt eine sichtlich Hochschwangere im gepunkteten Jogging-Anzug eine Treppe hinuntergehen. Im Gesicht scheint sie Abschürfungen zu haben, jedenfalls sieht sie blutverschmiert aus. Im Hintergrund ist eine Menge Schutt zu sehen. Auf dem zweiten Bild wird eine vermutlich ebenfalls schwangere Frau auf einer Liege getragen. Im Hintergrund ist ein zerstörtes Gebäude zu sehen. Ob es dieselbe Frau ist, kann nicht zweifelsfrei festgestellt werden.

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Laut der russischen Botschaft handelt es sich dabei um Marianna Podgurskaya, eine ukrainische Influencerin und Beauty-Bloggerin. Diese habe „auf den Fotos die Rollen der beiden schwangeren Frauen gespielt“. Weiters seien die Bilder vom angeblichen „Propaganda-Fotografen“ Jewgeni Maloletka aufgenommen worden. Dass Podgurskaya und das Baby, wie im Tweet steht, gestorben sein sollen, konnte nicht verifiziert werden. Allerdings melden einige Mainstream-Blätter ebenfalls, dass sie verstorben wäre wie z.B. hier, hier und hier.

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Maloletka ist ein ukrainischer Foto-Journalist, der unter anderem für Associated Press (AP) arbeitet.

Influencerin bringt Tochter zur Welt

Auf Twitter heißt es, Podgurskaya habe laut Verwandten am Donnerstag ein kleines Mädchen geboren. Die Journalistin Olga Tokariuk schrieb auf Twitter: „Ich habe ein Update von einem Verwandten Mariannas bekommen. Sie konnten sie am Telefon erreichen. Letzte Nacht um 10 Uhr hat Marianna ein Mädchen zur Welt gebracht.“

Widersprüchliche Darstellungen auch vor UN-Sicherheitsrat

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja erklärte am Montag vor dem UN-Sicherheitsrat zum Vorfall in Mariupol: „Wir stellen fest, dass die ukrainischen Radikalen von Tag zu Tag deutlicher ihr wahres Gesicht zeigen. Die Anwohner sagen, dass sie das Personal einer Entbindungsklinik vertrieben und dann in dieser Klinik einen Ort zum Schießen errichtet hätten.“ Ein Sprecher der UNO bekräftigte hingegen: „Das dortige Menschenrechtsteam hat bestätigt und dokumentiert, was sie als wahllosen Luftangriff auf das Krankenhaus bezeichneten, und dass das Krankenhaus zu dieser Zeit Frauen und Kinder versorgte.“

Ein Glück, wenn man vor diesem Hintergrund davon sprechen kann, ist vor allem, dass es der frischen Mutter und ihrer kleinen Tochter offenbar den Umständen entsprechend gut geht. Was an der Sache wahr ist und was propagandistische Erfindung oder Inszenierung von welcher Seite auch immer, ist derzeit kaum zu beurteilen – außer man verlässt einen neutralen Standpunkt.

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