Nach blutigen Anschlägen: Sri Lanka will jetzt Burka-Verbot

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Totalversagen der Regierung ermöglichte Anschläge

Nach blutigen Anschlägen: Sri Lanka will jetzt Burka-Verbot

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Nach dem islamistischen Jihad-Massenmord an Christen und Touristen am Ostersonntag in Sri Lanka will die Regierung nun ein Burka-Verbot durchsetzen, berichtet der Daily Mirror Sri Lanka unter Berufung auf Regierungskreise. Einige Frauen, die den Attentätern halfen, waren nämlich im Schutz der Burka entkommen. Zu den Anschlägen hat sich mittlerweile der Islamische Staat bekannt. Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge, Zahran Hashim dürfte bei einem Selbstmordanschlag ums Leben gekommen sein.

Ein Beitrag von Kornelia Kirchweger

Syrer an Tat beteiligt

Die Zahl der Todesopfer wurde jetzt vom Gesundheitsministerium auf 253 nach unten revidiert. Ein Polizeisprecher von Colombo gab die Zahl davor mit 359 an. Immer noch sterben Schwerverwundete in den Krankenhäusern. Die Identifizierung der in den Kirchen und Hotels verstreuten Leichenteile ist äußerst schwierig. Knapp 80 Personen wurden laut Polizeiangaben mittlerweile verhaftet. Laut Hindustan Times ist einer der Festgenommenen ein Syrer.

Hassprediger steckt angeblich hinter Anschlägen

Ein Großteil der Verhafteten sind Mitglieder der lokalen Radikal-Islamischen Gruppe, National Thowheeth Jama’ath (NTJ). Gründer und Chef dieser Gruppe ist der Hassprediger Zahran Hashim, der im IS-Bekennervideo deutlich zu sehen ist. Er soll die Anschlagserie orchestriert und gemeinsam mit acht Männern und einer Frau durchgeführt haben. Die Mördertruppe war durchwegs gut gebildet, hat zum Teil im Ausland studiert und stammt aus wohlhabendem Haus. Als einige von Hashims Schülern buddhistische Statuen mit Fäkalien beschmierten, schrillten erstmals die Alarmglocken in Sri Lanka. NTJ ist angeblich international vernetzt.

Warnungen kurz vor Attentat einfach ignoriert

Hashim pendelte zwischen Indien und Sri Lanka hin und her. Indien hatte ihn schon länger im Visier und ließ eine seiner Terrorzellen im Süden hochgehen. Den Kollegen in Sri Lanka wurden am 4. April detaillierte Warnungen geschickt, einige Wochen später noch einmal und schließlich noch wenige Stunden vor der Attentatsserie. Sie übermittelten auch Namen und Aufenthaltsort von Hashim und dessen Bruder, der die Rekrutierung der Attentäter übernommen hatte.

Verzweifelter Kardinal: Warum hat niemand gehandelt

Staatspräsident und zugleich Verteidigungsminister Maithripala Sirisena hielt die Warnungen zurück. Zwischen ihm und Premier Ranil Wickremesinghe herrscht seit dem Vorjahr ein schwelender Machtkampf. Präsident Sirisena weihte seinen Erzrivalen nicht in die Anschlagspläne ein. Jetzt will er von seinem tödlichen Versagen ablenken und den Polizeichef absetzen. Mittlerweile zeichnet sich auch ein schwerer Konflikt mit der christlichen Kirche in Sri Lanka ab. Kardinal Malcolm Ranjith fragte laut und verzweifelt: warum hat niemand gehandelt?

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