Tötungsfall Jamal Khashoggi: Die Kontakte zu Islamisten werfen ein neues Licht auf ihn

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„Islamistischer Hardliner“ oder liberaler Journalist?

Tötungsfall Jamal Khashoggi: Die Kontakte zu Islamisten werfen ein neues Licht auf ihn

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Der Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi wirft für Angela Merkel ein neues Licht auf Deutschlands Rüstungsexporte. In den USA und in Saudi-Arabien wirft man Kashoggi indes vor, eigentlich ein „verkappter Dschihadist“ gewesen zu sein.

Der im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul getötete Journalist Jamal Khashoggi pflegte gute Kontakte zur Muslim-Bruderschaft, verteidigte sie als wichtige politische Kraft, die sogar eine Zukunft als demokratische Bewegung haben könnte.

Kontakte zu Osama Bin Laden

Seine Fürsprache für die Islamisten wird nun gegen ihn ins Feld geführt. Regierungsnahe saudische Medien, wie auch republikanische Anhänger von US-Präsident Donald Trump werfen Khashoggi vor, er sei gar kein Liberaler gewesen, sondern eher ein „verkappter Dschihadist“.

Abgeordnete der Republikaner in den USA hätten sich in den vergangenen Tagen über Khashoggis Nähe zur Muslimbruderschaft und seine Berichterstattung über den 2011 getöteten Al-Qaida-Chef Osama bin Laden ausgetauscht, berichtet unter anderem die „Washington Post“, für die der saudische Staatsbürger Khashoggi, der im vergangenen Jahr ins Exil in die Vereinigten Staaten gegangen war, eine regelmäßige Kolumne verfasste.

Ínner-Arabische Konflikte

Dies solle dabei helfen, Trumps gutes Verhältnis zur Führung in Riad aufrechtzuerhalten. Dass Khashoggi mit den Muslimbrüdern sympathisierte, ist ebenso bekannt wie der gute persönliche Kontakt der Khashoggis zum Terrorpaten Osama bin Laden.

Beide Familien gehörten zum Establishment der Golfmonarchie. Saudische Medien verbreiten seit Tagen den Vorwurf, Khashoggi habe nicht nur den Muslimbrüdern, sondern auch dem mit Saudi-Arabien verfeindeten Emirat Katar nahegestanden.

Deutsche Rüstungsexporte gestoppt

Die saudische Führung verfolgt die radikalen Islamisten und sieht in den Muslimbrüdern eine ernste Gefahr für ihre Macht, weil diese bei vielen Saudis Sympathien genießen. Deutschlands Bundeskanzlerin, Angela Merkel, konstatierte indes, Rüstungsexporte „in dem Zustand, in dem wir im Augenblick sind“, würden nicht mehr stattfinden.

Zu der Gewalttat, gebe es dringenden weiteren Klärungsbedarf. Das ölreiche Saudi-Arabien war in diesem Jahr bisher nach Algerien der zweitbeste Kunde der deutschen Rüstungsindustrie.

Alleine bis September erteilte die Bundesregierung Exportgenehmigungen im Wert von 416,4 Millionen Euro für das Königreich.
Ein von dem Königreich geführtes Bündnis bekämpft seit 2015 die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen.

 

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