SJ OÖ: Niessl, Doskozil und Luger sind “scheisse”

Kommt jetzt die Spaltung der Sozialdemokraten?

SJ OÖ: Niessl, Doskozil und Luger sind “scheisse”

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Die „Sozialistische Jugend Oberösterreich“, die als inoffizielle Jugendorganisation der SPÖ gilt, schießt jetzt scharf gegen ihre Mutterpartei. So bezeichnet die umstrittene Organisation führende SPÖ-Vertreter als „scheisse“.

Zwar gilt die „Sozialistische Jugend“ offiziell als unabhängige Organisation, die Verstrickungen mit der SPÖ sind jedoch so weitreichend, dass sie selbst in deren Gremien vertreten ist. Zahlreiche SPÖ-Politiker begannen ihre Karriere in der SJÖ – so auch der spätere Bundeskanzler Bruno Kreisky.

Heftig: Linzer SPÖ-Bürgermeister beleidigt

In einem Beitrag auf Facebook attackiert die SJ jetzt nicht nur die FPÖ als „rechtsextrem“, sondern bezeichnet zugleich die SPÖ-Politiker Hans Niessl (amtierender Landeshauptmann des Burgenlandes), Hans Peter Doskozil (derzeitiger Verteidigungsminister) und den Linzer Bürgermeister Klaus Luger als – wortwörtlich – „scheisse“. Für viele SPÖ-Anhänger ein Schock. So kommentierten diese etwa mit „bin sehr sehr schockiert von unserer sj!“ Andere schreiben der SJ gar das schlechte Ergebnis der Nationalratswahl zu: „Was sind das für sprechweisen. Euch linkslinken haben wir das Wahlergebnis zu verdanken.“

Besonders brisant: Auch die SJ-Verbandsvorsitzende und SPÖ-Nationalratskandidatin Julia Herr zeigte ihre Zustimmung zum Beitrag der SJ Oberösterreich mit einem „Gefällt mir. Das Bild dürfte zudem in Räumlichkeiten der oberösterreichischen SPÖ aufgenommen worden sein.

Zerreißprobe für Sozialdemokratie

Die Spannungen zwischen der „Sozialistischen Jugend“ und der SPÖ sind spätestens seit der letzten Wahl stark angestiegen. SJ-Vertreter fürchten eine rot-blaue Zusammenarbeit auf Bundesebene, wie sie derzeit etwa regional im Burgenland existiert. Eine solche Koalition könnte zur Zerreißprobe für die Sozialdemokratie werden.

So hatte auch der frühere steirische Landeshauptmann und SPÖ-Chef Franz Voves angekündigt, sein Parteibuch zurückzugeben, sollte es zu einer FPÖ-SPÖ-Regierung kommen. Experten vermuten, dass sich unter einer solchen Koalition die „Sozialistische Jugend“ entgültig von der SPÖ lösen könnte. Folgt die „Sozialistische Jugend“ damit demnächst dem Vorbild der „Grünen Jugend“, die sich von ihrer Partei lossagte und zur Kommunistischen Partei wechselte?

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