Soziale Heimatpartei 2.0: Abwerzger will FPÖ inhaltlich breiter aufstellen

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Richtungsdebatte bei den Freiheitlichen angestoßen

Soziale Heimatpartei 2.0: Abwerzger will FPÖ inhaltlich breiter aufstellen

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Mit der Forderung, die thematische Breite seiner Partei langfristig zu erweitern, lässt der Tiroler FPÖ-Chef Markus Abwerzger jetzt aufhorchen.

Seit Jahren konnten die Freiheitlichen vor allem mit dem Zuwanderungsthema punkten – und zwar dermaßen stark, dass auch andere Parteien ihre Ansätzen teilweise kopierten und damit Wahlerfolge feierten. Angesichts eines drohenden überschaubaren Wahlerfolges bei der Wien-Wahl im Herbst kommen nun Anregungen aus dem Westen der Republik. Das Ziel: Die FPÖ möge sich inhaltlich breiter aufstellen.

Abwerzger will Rückkehr zur “sozialen Heimatpartei”

Auf der einen Seite sieht Abwerzger die Notwendigkeit, sich auch “urbaner” aufzustellen, um für die Menschen in den Städten eine attraktive Wahlalternative bieten zu können. Besonders wichtig bei der “inhaltlichen Verbreiterung”, so der Tiroler Landesparteichef im APA-Sommerinterview, sei aber auch eine Rückbesinnung auf alte Kernwerte der Partei.

Dies betreffe insbesondere den eigenen Anspruch der “sozialen Heimatpartei”. Denn so hätten 44 Prozent der Arbeiter – ein jahrelanges Kernklientel der Blauen – der FPÖ trotz Ibiza-Eklat und trotz der Spendenaffäre um den inzwischen rausgeworfenen Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache auch bei der letzten Nationalratswahl die Treue gehalten.

Mehr Arbeitslosengeld und Solidarabgabe ein Thema

Entsprechend müsse die Bundespartei hier die politischen Weichen stellen. Abwerzger kann sich etwa eine Erhöhugn des Arbeitslosengeldes oder sogar eine Solidarabgabe ab einem Reinvermögen von fünf Millionen Euro vorstellen. Dabei träfe es dann auch Leute wie Immobilienhai René Benko oder KTM-Chef Stefan Pierer.

Die beiden Großunternehmer im erweiterten ÖVP-Dunstkreis machten in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen mit umstrittenen Finanz-Tricks. Nun sollen sie auch nach Ansicht des FPÖ-Tirol-Chefs mittels Abgabe einen Beitrag zum Allgemeinwohl leisten.

Der drohenden Gefahr einer “rechten SPÖ” vorgreifen?

Wohl nicht zufällig besetzt der gebürtige Vorarlberger hiermit auch Standpunkte, welche landläufig eher mit der SPÖ in Verbindung gebracht werden. In den vergangenen Jahren konnten die Freiheitlichen bundesweit vor allem unter ehemaligen Rotwählern einen Zuwachs an Wählerzuspruch verbuchen. Bei der letzten Wien-Wahl führte dies zu beinahe märchenhaften Erfolge in den Wiener Flächenbezirken – teilweise 40 Prozent und mehr.

Gleichzeitig könnte nach der Vereinnahmung der “Hausthemen” der FPÖ durch die ÖVP unter Sebastian Kurz weiteres Ungemach drohen. Denn bei den Roten versucht sich etwa der burgenländische Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil immer mehr mit kritischen Aussagen zur Eiwanderung ins Gespräch zu bringen. In Dänemark konnten im Vorjahr die Sozialisten mit einer Mischung als sozialer Frage und Migrationskritik zahlreiche Wähler von patriotischen und konservativen Parteien zurückholen.

Keine Personaldebatte – und keine “Popstars” mehr

In seiner eigenen Partei sieht Abwerzger indes keinerlei Personaldebatte köcheln. Er sieht Parteichef Norbert Hofer fest im Sattel. Dabei sei es gar nicht negativ, dass dieser nicht das charismatische Image früherer Parteichef wie Strache oder Jörg Haider besitze. Mit solchen Figuren habe man vielmehr schlechte Erfahrungen gemacht: “Wir brauchen keinen Popstar mehr.”

Dass die Umfragewerte nur äußerst langsam wieder steigen, sei vielmehr eine Nachwehe des Hickhacks um den Strache-Abgang. Dieser habe der Marke FPÖ durch sein Verhalten einen “extremen Schaden” zugefügt, der Wiederaufbau dauere “Monate und Jahre”. Keine Kritik lässt er unterdessen an Hofers Koran-Sager gelten: Überspitze Aussagen seien erlaubt – gerade wenn man die Taten betrachte, die teils im Namen des Korans passieren.

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