Zeitungsente vermutet: AfD Erlangen doch gegen Migranten-Aufnahme

Man stehe vielmehr für Hilfe vor Ort

Zeitungsente vermutet: AfD Erlangen doch gegen Migranten-Aufnahme

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Ab Montag kam es im Kreistag Erlangen-Höchstadt zu einer kuriosen Abstimmung, bei der es den Anschein machte, als hätte die AfD-Fraktion für eine Aufnahme von Migranten gestimmt.

Grundlage für den Irrtum bei dem Votum, über das zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtete, dürfte ein missverständlicher und verklausulierter Appell der Grünen-Fraktion sein. In diesem sei es nach Darstellung des örtlichen Fraktionschefs René Jentzsch aber gar nicht um die Verteilung von Moria-Migranten gegangen. Vielmehr handelte es sich um ein prinzipielles Bekenntnis zur Hilfeleistung.

AfD-Fraktion für Hilfe vor Ort statt Migranten-Aufnahme

Die AfD Erlangen-Höchstadt legte ihre Sichtweise am Dienstag in einem Beitrag auf Facebook dar. Man weise die mediale Berichterstattung “in aller Deutlichkeit zurück”. In Wirklichkeit habe die AfD gegen eine Aufnahme des grünen Appells gar nicht auf die Tagesordnung nehmen wollen, sei aber von den anderen Fraktionen überstimmt worden. Im Plenum kam es dann zu einer hitzigen Diskussion.

Jentzsch unterstreicht, dass die AfD in seinem Kreis “sehr wohl die Notsituation auf der Insel” erkenne. Gleichzeitig könne die Lösung “garantiert nicht” im Landkreis liegen. Man habe sogar die Beendigung der Debatte wegen Nichtzuständigkeit beantragt, aber: “Die anderen Parteien spielten lieber Weltpolitik und lehnten ab. Für den Appell habe man gestimmt, weil man die humanitäre Situation anerkenne – nicht aber für eine Aufnahme.

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Kritik aus patriotischer Publizistik am Verhalten

Trotz dieser Stellungnahme ist die Kritik am Verhalten der AfD-Fraktion weiterhin groß – vor allem aus dem eigenen Lager. Das 1984 Magazin bezeichnet den SZ-Artikel zwar als “glatte Lüge” der auf die Glaubwürdigkeit bei den Wählern zielen. Dennoch moniert man, dass sich “wieder einmal ein AfD-Kreisverband nicht sonderlich geschickt verhalten” habe.

Auch einer unserer Redakteure sprach – ehe die Gegendarstellung verfügbar war – davon, dass ein “Nein zur Aufnahme patriotischer Grundkonsens” bleiben müsse. Gerade weil die patriotische Partei als einziger parlamentarischer Akteur ständig auf die Verwerfungen der großen Asylkrise von 2015 hinweise, sei der Image-Schaden enorm.

Einige Beobachter wiesen zudem darauf hin, dass sie den Hinweis auf Unterstützung für “Ärzte ohne Grenzen” als “sinnvollen und konkreten” Vorschlag an die Grünen, für falsch hielten. Diese NGO engagiere sich nämlich auch in der umstrittenen sogenannten “Seenotrettung”.

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