In Nischni Nowgorod war es schlussendlich soweit: Wladimir Putin gab bekannt, für eine vierte Amtszeit als Präsident der Russischen Föderation zu kandidieren. In einer Zeit wo wirklich vieles unsicher scheint und auch ist, hat die Welt etwas Stabilität nötig. Dafür steht Wladimir Putin – ob es einem nun gefällt oder nicht.

Finanz-Check von Dr. Herbert Samhaber

Ich widme meinen heutigen Beitrag – aufgrund einiger Gespräche und Fragen von Lesern – dem Thema der (noch) aufrechten Sanktionen gegen Russland und welche Auswirkungen diese tatsächlich haben: Auch auf uns, die heimische Wirtschaft und die damit verbundenen Sektoren.

Kein echter Schaden entstanden

Das russische Volk wird Wladimir Putin wieder wählen und zwar nicht, weil sie es müssen sondern weil sie es wollen. Die inszenierten Sanktionen gegen das Land, haben hierbei zu keinen relevanten Veränderungen geführt, ganz im Gegenteil. Der Nationalstolz der Bevölkerung und die Popularität des Präsidenten waren nie größer.

Spätestens jetzt sollte man den Unfug mit den Sanktionen bleiben lassen.
Denn wem schaden diese wirklich und wer profitiert in der Praxis tatsächlich davon?
Dem russischen Präsidenten, dessen Regierung und dem Kreml ist kein echter Schaden entstanden – das haben wir bereits festgestellt.

Russischer Agrarsektor

Auch die Bevölkerung kommt mit der Situation zu recht und hat sich damit abgefunden auf Produkte aus dem Westen zu verzichten und setzt daher ganz patriotisch auf den heimischen Markt.

Die Arroganz westlicher Regierungen zu glauben, dass man ein Volk wie die Russen, welche im Laufe der Geschichte schon mehr als einmal echte Leidensfähigkeit bewiesen haben, mit so lächerlichen Sanktionen in die Knie zwingen zu können, war ein mehr als fataler Irrtum. Dazu ein exemplarisches Detail am Rande: Ein Sektor, welcher massiv von den erwähnten Sanktionen profitiert hat, ist der russische Agrarsektor.

Schuss ging nach hinten los

Dies hat sogar dazu geführt, dass 10 Unternehmen dieser Branche – genauer gesagt deren Eigentümer – sich nun auf der „Forbes“-Liste der 200 reichsten russischen Bürger wiederfinden. Großgrundbesitzer Chudokormow beispielsweise ist zwar mit 790.000 Hektar (größer als das Bundesland Salzburg) der größte Grundbesitzer des Landes, aber mit 650 Millionen Dollar nicht der reichste Agrar­unternehmer. Süffisant könnte man anmerken, der Schuss ist wirklich nach hinten losgegangen.

Wenn sich nun die russische Wirtschaft als Gesamtes nicht ganz so positiv entwickelt, wie es theoretisch möglich wäre, bedeutet dies nicht gleich den Untergang der Russischen Föderation. Mit dem Blick durch eine westliche Brille könnte dies zwar heraufbeschworen werden, spiegelt aber keinesfalls die Realität wider.

Schaden für Österreich

Viele – tatsächliche und welche die es gerne wären – Experten sind so „westlich geprägt“, dass diese die russische Denkweise auch bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes einfach nicht verstehen (können).
Richtig schmerzhaft sind hingegen die Sanktionen für uns.

Für Österreich ist ein Schaden von mindestens 1,5 Milliarden Euro und ein Exportrückgang von 36 Prozent entstanden. Damit verbunden sind grobgerechnet 20.000 Arbeitsplätze. Ich kann daher meinen Appell nur wiederholen: Lassen wir endlich die sinnlosen Sanktionen gegen Russland auslaufen!

Wir schaden uns damit nur selber!