Die Polizei von Lyon gab nun bekannt, dass jener Mann, der vor einer Woche mit einem Auto in den Terminal 1 des Flughafens Lyon-Saint-Exupéry und weiter auf die Rollbahn vor ein Flugzeug raste, “psychisch instabil“ sei.

Von Kornelia Kirchweger

Gestohlener Mercedes als Waffe

Laut erstem Polizeibericht schrie er bei seiner Festnahme „Allahu Akbar“ und „Ich wurde von Gott gesandt“ („Wochenblick“ berichtete).

Der Mann ist in Haft. Der Staatsanwalt leitete ein Verfahren ein wegen „versuchten Mordes durch eine organisierte Gruppe oder Vereinigung, auf gefährliche Weise organisiert und ausgeführt“. Laut Polizei gibt es keine Hinweise darauf, dass er radikalisiert ist. Er hat keine Vorstrafen, wurde aber 2007 und 2009 angezeigt, weil er mit einem gesperrten Führerschein und ohne Versicherung ein Auto lenkte.

Die Tatwaffe des 31-jährigen Attentäters war ein – am selben Tag, in der Umgebung von Dijon –  gestohlener Mercedes 350 mit einem luxemburgischen Kennzeichen. Über Motiv und Identität des Täters gab die Polizei keine Auskunft.

Glücklicherweise nur ein Verletzter

Der Mann war vor einer Woche mit hoher Geschwindigkeit durch die Glastüren des Terminal 1 und weiter auf die Rollbahn gerast, bevor er dort dingfest gemacht werden konnte. Ein Flughafenangestellter wurde leicht verletzt. 100 Flüge mussten abgesagt werden. Der Flughafen war stundenlang gesperrt und andere Flugzeuge mussten umgeleitet werden.

Der Passagier eines startklaren Flugzeuges, ein Journalist, filmte mit, wie Polizei und Rettungsautos auf die Rollbahn rasten und den Täter anhielten. Ein Helikopter kreiste über dem Tatort.