Ein neues Abkommen zwischen Schweden und Marokko zum Austausch von Fingerabdrücken hat gezeigt, dass 90 (!) Prozent der „minderjährigen“ marokkanischen Asylwerber eigentlich Erwachsene sind.

Ein Kommentar von Kornelia Kirchweger

Jetzt könne man in Zusammenarbeit mit Marokko jene leichter überführen, die bei der Altersangabe lügen. Man kann sie dann auch ohne Reisedokumente abschieben. Dennoch bleiben Abschiebungen weiterhin eine „schwierige Angelegenheit“.

Lob für Abkommen

Im Interview mit „Sverige Radio“ lobte Per Löwenberg, Gruppenleiter der schwedischen Grenzpolizei, das Abkommen mit Marokko. Es kam auf Initiative des schwedischen Justizministers, Morgan Johansson, zustande.

Seither konnte man 75 Prozent aller relevanten Fälle eindeutig klären. Man habe in Marokko verstanden, dass das Land die Verantwortung für seine Bürger übernehmen müsse, sagte Johansson. Auch Tests, die im Vorjahr vom schwedischen forensischen Institut durchgeführt wurden, bestätigten, dass mindestens 83 Prozent der „minderjährigen“ Migranten eigentlich erwachsen sind.

schweden entwicklungsland uno prognose schweden vergewaltigungen multi kulti

Auch in Österreich wird häufig gelogen

Ähnliche Probleme gibt es auch in Österreich. Hier lügen – laut offiziellen Daten – rund 43 Prozent der „minderjährigen“ Migranten bezüglich ihres Alters („Wochenblick“ berichtete). Auch wenn der Schwindel offensichtlich ist, muss die Polizei in der Erstaufnahmestelle das angegebene Alter aufnehmen.

Erst dann kann eine Altersfeststellung beantragt werden. Diese ist umfangreich und teuer: Sie kostet pro Verfahren rund 1.000 Euro. Allein 2015 verursachte das dem Staat über zwei Millionen Euro Kosten.