In einem Hamburger Park spielten sich verstörende Szenen ab. Polizeibeamte verfolgten ohne Rücksicht einen jugendlichen mutmaßlichen Corona-Maßnahmen-Sünder.

Am Montagnachmittag fühlten sich im Hamburger Jenischpark Besucher und Spaziergänger in einen Action-Film versetzt. Mit Sirenen und Blaulicht raste ein Polizeiwagen durch den sonst beschaulichen Park hinter einem Flüchtenden her. Dabei schlug auch der Unterboden des Wagens auf, als dieser durch eine Unebenheit des Rasens fuhr und wurde beschädigt. Zudem kam das Polizeifahrzeug auch Kollegen gefährlich nahe, die die Jagd nach dem Flüchtigen zu Fuß aufgenommen hatten. Dieser konnte dann schließlich gefasst werden.

Corona-Polizei im vollen Einsatz

Wer nun glaubt, die Beamten hätten unter Gefahr für Leib und Leben einen gefährlichen Schwerkriminellen dingfest gemacht, ist offenbar noch nicht im Corona-Deutschland des Jahres 2021 angekommen. Weil Anwohner regelmäßig den Lärm der trinkenden und feiernden Jugendlichen beklagen, patrouilliert die Staatsmacht immer wieder durch die Grünflächen der Stadt. Dabei fiel den aufmerksamen Beamten auch der spätere Deliquent auf. Er trägt keine Maske und begrüßt ihm vermutlich bekannte Personen mit Umarmungen und abklatschen. Als er daher wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln kontrolliert werden soll, ergreift er die Flucht. Nun drohen ihm mindestens 150 Euro Strafe.

Polizei sieht Einsatz kritisch

Bei der Hamburger Polizei sieht man den „beherzten Einsatz“ der Kollegen, der von Passanten auf Video festgehalten wurde eher kritisch. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, soll der Einsatz mit den Kollegen aufbereitet werden, ob etwa unkontrollierbare Gefahren bestanden haben und ob der Schaden am Streifenwagen vermeidbar gewesen wäre.