In Italien hat die Polizei eine Schlepperbande von „Flüchtlingen“ gesprengt, die andere Migranten mit Autos nach Frankreich oder nach Österreich geschleust haben sollen.

In Turin ist der italienischen Polizei nach monatelangen Ermittlungen ein Schlag gegen das Schlepperunwesen gelungen. Bei einer großangelegten Polizeiaktion und mehreren Razzien gegen eine Schlepperbande wurden acht mutmaßlich Täter festgenommen. Gegen 67 weitere Verdächtige wird ermittelt, sie befinden sich derzeit im Hausarrest. Laut Polizeiangaben war die Bande seit mindestens zwei Jahren aktiv und hatte sich auf die Schleusung von Minderjährigen und jungen Erwachsenen spezialisiert.

Schlepperdienste von „Flüchtlingen“ für „Flüchtlinge“

Das kriminelle Netzwerk, welches hauptsächlich von „Flüchtlingen“ betrieben wurde, kümemrte sich hauptsächlich um gut zahlende Kunden. Dabei wurde mit klaren Strukturen und auch arbeitsteilig vorgegangen. Während ein Teil der Bande gefälschte Dokumente organisierte, kümmerten sich andere um vorübergehende Unterkünfte für die mehrheitlich aus Syrien, dem Irak, Pakistan, Indien oder Bangladesch stammenden Illegalen. Von anderen Bandenmitgliedern wurde sie dann dort abgeholt und mit dem Auto nach Österreich oder Frankreich gebracht. Dabei kümmerte sich das Schleppernetzwerk auch wenig um Ausgangsbeschränkungen. Beim jüngsten Aufgriff stellte sich heraus, dass über fünf der zwölf Gefassten – die eigentlich schon in Italien um Asyl angesucht hatten – Corona-Quarantäne verhängt worden war.