Eigentlich sind es gleich drei Skandale, die hier stattfinden. Zum einen geistern Fotos und Videos durch das Internet, die zigtausende stark beschädigte Pakete auf einem Freigelände der Post zeigen. Dann explodierten Corona-Zahlen weil infizierte Leiharbeitskräfte aus Asylheimen, die im Post-Verteilerzentrum eingesetzt waren in Quarantäne mussten. Und jetzt werden Grundwehrdiener ohne Arbeitsrecht de facto wie Sklaven gehalten, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Ein Kommentar von Willi Huber

Der Reihe nach. Zunächst wurde folgendes Video veröffentlicht, das zeigt, wie in einem Verteilerzentrum der Post mit den Paketen umgegangen wird. Viele wirken durch die Nässe stark beschädigt. Angeblich wurde diesbezüglich auch bereits Anzeige erstattet.

Ich denke nicht nur ich sondern viele andere möchten eine Erklärung haben.Wir haben bereits Anzeige erstattet seitens des Versender unserer Ware am 4.5. Unsere Anzeige bei der Polizei folgt morgen früh!!Mehrfache Versuche Auskunft zu erhalten wo unser Paket sei sind fehlgeschlagen und würden äußerst unkompetent abgewimmelt.

Gepostet von Markus Königsberger am Sonntag, 17. Mai 2020

Weithin Aufsehen erregte der Umstand, dass offenbar schwarzafrikanische Leiharbeiter, die mit Corona infiziert waren, die Krankheit sowohl am Arbeitsplatz als auch im Asylheim verbreiten konnten. Wochenblick berichtete.

Wieder einmal alternativlos

Letztendlich präsentierte der Staat eine Lösung für das Problem. Grundwehrdiener wurden dazu herangezogen, um den Personalmangel auszugleichen. Mit der Begründung könnte man einen Satire-Award gewinnen:  „Es gibt in Österreich keine andere Institution, die so schnell so viel in Logistik geschultes Personal bereitstellen kann“, zitierte der Falter Markus Leitgeb, den Sprecher der Österreichischen Post AG.

Soldaten ersetzen afrikanische Zeitarbeiter

Eine Firma, die zunächst zweistellige Millionengewinne meldete, ist also nur in der Lage, ihren Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten, wenn man Grundwehrdiener abseits des Arbeitsrechtes und mir einer Bagatell-Entlohnung beschäftigt? Und nur besagte Grundwehrdiener sind in der Lage, die „hochqualifizierten Tätigkeiten“ afrikanischer Asylwerber zufriedenstellend zu ersetzen?

Grundwehrdiener vegetieren wie Sklaven

Freilich, die Welt kann nicht mehr lange stehen, wenn der Wochenblick den Falter zitiert, aber diese unerhörten Vorgänge müssen mit allen Mitteln und über alle Kanäle bekannt gemacht werden. Den vollständigen Artikel im Falter, der vor allem die Zustände aufzeigt, unter denen die Grundwehrdiener auf Feldbetten so gut wie ohne sanitäre Einrichtungen vegetieren müssen, finden sie hier.