Anstatt schonungslose Berichterstattung über die teilweise furchtbaren Straftaten zu fordern, maßt sich der linkstendenziöse private Verein „Österreichischer Presserat“ an, über freie Journalisten und deren Arbeit zu urteilen …

Eine Reportage von René Rabeder

Behörden sprachen von Syrer als Täter

Am 31. Juli dieses Jahres ließ die Nachricht einer unfassbar grausamen Tat aufhorchen. In Stuttgart tötete der Asylwerber Issa M. seinen früheren Mitbewohner Wilhelm L. auf offener Straße, richtete sein 36-jähriges Opfer mit einem Samurai-Schwert regelrecht hin. In den Tagen danach sprachen Behörden von einem 28-jährigen Syrer als Täter. Mittlerweile scheint allerdings geklärt zu sein, dass es sich bei dem Mann um einen 30-jährigen jordanischen Palästinenser handeln soll. Das wäre insofern von Bedeutung, weil Jordanien als sicheres Herkunftsland gilt. Sein Asylantrag hätte somit in Deutschland niemals eine Chance gehabt. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass in den nächsten Wochen Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben werden wird. „Wir nähern uns dem Abschluss des Ermittlungsverfahrens“, erklärte dazu Heiner Römhild, Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Nun fürchtet die Justiz um das Leben des mutmaßlichen Killers. Wie es heißt, sei Issa M. selbstmordgefährdet. Mittlerweile sei er in einem Justizvollzugskrankenhaus untergebracht, dort könne er besser überwacht werden.

Verstoß gegen Ehrenkodex

Ein anderes „Verfahren“ ist indes bereits abgeschlossen: Das „selbstständige Verfahren aufgrund von Mitteilungen mehrerer Leserinnen und Leser sowie aus eigener Wahrnehmung“ des österreichischen Presserats. Der private und äußerst linkstendenziöse Trägerverein, der als solcher natürlich in keiner Weise und von niemandem dazu befähigt ist, Urteile zu fällen, befasste sich mit der medialen Berichterstattung der Bluttat aus Stuttgart. Genauer gesagt ging es um Artikel dazu in der „Krone“, „oe24“ und im Wochenblick. So führte der sich selbst als „Senat 2“ bezeichnende Presserat am 5. November 2019 eine „mündliche Verhandlung“ gegen die genannten Medien wegen „Verstöße gegen die Punkte 5 und 6 des Ehrenkodex für die österreichische Presse (Persönlichkeitsschutz und Intimsphäre)“ durch. Die Begründung im Wortlaut: „Bei ‚Krone.at‘ und ‚oe24.at‘ wurde ein Video veröffentlicht, das eine in Stuttgart stattgefundene Tötung mit einem Schwert auf offener Straße zeigt. Dabei sticht der verpixelte Täter immer wieder mit dem Schwert nach unten. Das Opfer ist nicht zu sehen, weil es von einem Auto verdeckt wird. Dem Beitrag auf ‚Wochenblick.at‘ ist ein Bild mit dem verpixelten Opfer beigefügt. Die Tötung wird auf diesem Bild aus einer anderen Perspektive gezeigt“.

Voyeurismus der Leser

Mehrere Leser hätten sich daraufhin, so steht weiter im Text zu lesen, an den Privatverein Presserat gewandt und kritisiert, dass die Veröffentlichung von Bildmaterial dieser Straftat trotz Verpixelung pietätlos sei. Wie von einem linken Verein nicht anders zu erwarten, stimmte der „Senat“ dieser vermeintlichen Einschätzung angeblicher Leser zu. „Der Senat kann an der Veröffentlichung des Videos und des Bildes kein legitimes Informationsinteresse erkennen“, heißt es in dem schriftlichen „Urteil“. Nach Ansicht des Senats diene das Video- und Bildmaterial der Befriedigung des Voyeurismus und der Sensationsinteressen gewisser Leser. Wer diese „gewissen“ Leser genau sein sollen, wird nicht näher erläutert. Wahrscheinlich sind damit jene Menschen gemeint, die wissen wollen, wie es auf den Straßen Mitteleuropas als Resultat linker Politik mittlerweile zugeht. Wahrscheinlich sind es jene „gewisse Leser“, die von Medien, die vertuschen, verschweigen und den Kopf in den Sand stecken, mittlerweile genug haben.

Opfer war nicht zu sehen

„Die brutalen Bilder“, so mutmaßt der Presserat weiter, „wurden wohl nur deshalb verwendet, damit sich die Beiträge stärker im Internet verbreiten … die Verbreitung des drastischen Bildmaterials im Internet ist nicht gerechtfertigt.“ Hier spiele es auch keine Rolle, dass die mit dem Schwert getötete Person in dem auf „Krone“ und „oe24“ veröffentlichten Video aufgrund der Perspektive nicht zu sehen und dass das Opfer auf dem auf „Wochenblick“ veröffentlichten Foto verpixelt sei. „Der Senat stellt daher gemäß § 20 Abs. 2 lit. a der Verfahrensordnung der Beschwerdesenate einem schwerwiegenden Verstoß gegen die Punkte 5 und 6 des Ehrenkodex fest“, so der staatstragend anmutende Spruch der Freizeit-Juristen.

An dieser Stelle kann man nicht müde werden zu erwähnen, dass es sich beim Presserat nicht um ein Gericht oder auch nur um eine offizielle Behörde handelt, sondern um einen Privatverein linker Journalisten, die in anmaßender Sprache meinen, dazu auserwählt zu sein, die Deutungshoheit über die Berichterstattung übernehmen zu dürfen. „Die Medieninhaber der ‚Kronen Zeitung‘, von ‚oe24.at‘ und ‚Wochenblick.at‘ haben die Schiedsgerichtbarkeit des Presserats bisher nicht anerkannt“, muss die Presserat-Mannschaft um „Kurier“ und „Standard“-Journalisten zähneknirschend konstatieren.

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