Wurde im heißen Niederösterreich-Wahlkampf die Verhaftung eines mutmaßlichen Kinderschänders mit SPÖ-Hintergrund medial verheimlicht? Ausgerechnet, während Presse und TV tagelang den FPÖ-Kandidaten Udo Landbauer medial attackierten?

Ein Kommentar von Philipp Fehrerberger

Bereits letzten Donnerstag ist laut krone.at ein SPÖ-Politiker in Niederösterreich verhaftet worden. Der Vorwurf ist heftig: Der Gemeindepolitiker soll Kinder mehrfach sexuell missbraucht haben. Dazu soll der 50-Jährige Nazi-Devotionalien gehortet haben.

Nur ein harmloser Sammler?

Bei der Hausdurchsuchung habe die Polizei, laut Krone, auch Waffen sichergestellt. Die gefundenen Nazi-Devotionalien, die der Mann im Keller gehortet hat, könnten beim SPÖ-Politiker hingegen gar nicht strafbar sein.

Der Staatsanwalt wolle prüfen, ob der Sozialdemokrat die Sachen tatsächlich „mit propagandistischen Vorsatz“ bereit hielt oder ob es sich lediglich um eine harmlose „Sammelleidenschaft“ handeln würde.

Zweierlei Maß

Warum der Fall erst jetzt, ausgerechnet am Tag nach der NÖ-Wahl, bekannt wurde, sollte im Sinne der Glaubwürdigkeit der Medien ermittelt werden. Eines steht fest: Wäre die Verhaftung eines SPÖ-Politikers bereits letzte Woche bekannt geworden, hätte dies den zweiten Platz der SPÖ bei den Landtagswahlen gefährden können.

Medien-Beobachter sind sich nämlich einig: Der FPÖ hat das mediale Dauerfeuer gegen ihren Spitzenkandidaten Udo Landbauer vier bis fünf Prozent, oder mehr, gekostet.

Wer hat den Fall verschwiegen?

Auf Nachfrage des „Wochenblick“ ergibt sich folgendes Bild: Die Polizei Niederösterreich veröffentlichte keine Pressemitteilung zum Fall, weil der Staatsanwalt Leopold Bien für die Angelegenheit zuständig war.

Dieser setzte ebenso keine Presseaussendung ab. Am heutigen Montag (17 Uhr) war Staatsanwalt Bien telefonisch nicht mehr zu erreichen. Ob Journalisten bereits letzte Woche davon wussten? Ob bewusst vertuscht wurde? Wir wissen es nicht, werden aber dran bleiben!