Der Online-Ticket-Service und Organisator von Live Events CTS Eventim sorgte zuletzt für Shitstorms in den sozialen Netzwerken: Der Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Schulenberg forderte, dass Veranstalter eine Corona-Impfung als Zugangsvoraussetzung für ihre Events verlangen dürfen. Der Hintergrund ist klar: Eventim würde davon profitieren. 

Ein Kommentar von Vanessa Renner

Denn: „Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können“, verkündete Schulenberg. Damit möchte Eventim sich offensichtlich direkt als Vorreiter positionieren – sicherlich auch für den Fall, dass die Covid-Impfung von Seiten der Regierung sowieso obligatorisch für Veranstaltungen wird. 

Von moralischen Bedenken zeigt der Vorstandsvorsitzende keine Spur. Im Bezug auf das geringe Vertrauen der Menschen in die Impfung sagte er: „Aber wenn man sieht, wie nun weltweit ohne relevante Nebenwirkungen geimpft wird, dann ist zu hoffen, dass diese Skepsis auch bald schwinden wird.“ Sind Tode, wie sie weltweit in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung berichtet werden, keine relevanten Nebenwirkungen? Zumindest sind sie wohl nicht schwerwiegend genug, um sich entschieden gegen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von Geimpften und Ungeimpften zu positionieren…

Anhand der Reaktionen der Menschen in den Sozialen Netzwerken zeigt sich bereits, dass das Unternehmen da die Rechnung wohl ohne die zahlenden Veranstaltungsbesucher gemacht hat. So trendete #BoycottEventim prompt auf Twitter. Nicht jeder ist erpressbar – und die persönliche Freiheit und die körperliche Unversehrtheit wiegt für viele eben schwerer als die Freude eines Konzertbesuchs. Hinzu kommt, dass auch so mancher Künstler von derartigen Privilegien für Geimpfte nichts wissen will. Erst kürzlich äußerte sich beispielsweise NENA diesbezüglich mit deutlichen Worten: „Ob du dich impfen lässt oder nicht, ist ganz allein DEINE Entscheidung und muss von jedem respektiert werden.“ (Wochenblick berichtete.)

Eventim selbst organisiert Impftermine

Auch aktuell hat Eventim trotz ausfallender Veranstaltungen übrigens schon einen Weg gefunden, an lukrative Aufträge zu kommen. In Schleswig-Holstein organisiert CTS Eventim bereits die Vergabe von Impfterminen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben: Andere Bundesländer sollen folgen – und auch mit Österreich, der Schweiz, Italien und Brasilien verhandele man bereits!