Karl Lauterbach, der in Deutschland als „der Wissenschaftsexperte“ das A und O der Corona-Politik in Deutschland einleitet, hatte sich zuletzt auch wiederholt über Fußball geäußert. Immer mehr Menschen im Land fällt auf, dass Lauterbach, der auch gerne „Klabauterbach“ genannt wird, stets wie ein Geier krächzend am Himmel erscheint und dort kreist, sobald es um Corona geht. Dem Amateur-Sportler Lauterbach sagte es nicht zu, dass Fußballspiele in seiner Corona-Zeit stattfinden und hielt sich für berufen, auch hier einen harten Kurs zu fordern. Nachdem Bayerns-Trainer Hansi Flick sich dazu klar äußerte, meldete sich dann auch Stefan Effenberg, der Lauterbach riet, sich einfach mal zurück zu halten, wenn es um Dinge geht, von denen er keine Ahnung hat.

Die Ahnung Lauterbachs ist täglich eines der häufigsten und größten Diskussionsthemen, das in ganz Deutschland eifrig diskutiert wird. Es sind nicht nur Hansi Flick und Stefan Effenberg, die an den Fähigkeiten von Karl Lauterbach zweifeln, der von der deutschen Bundesregierung als „Gesundheitsexperte“ präsentiert wird. Unabhängig davon, dass man von einem Gesundheitsexperten kein halb verfaultes Gebiss erwarten würde: Karl Lauterbach ist zum Ärger vieler weniger Gesundheitsexperte, sondern vielmehr Politiker.

Der Spiegel nannte ihn 2004 den „Einflüsterer“ der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Bekannt wurde Lauterbach durch den BAYER-Lipobay-Skandal (Wochenblick berichtete). Lauterbach kassierte schon im Jahr 2000 für Medikamentenstudien 800.000 Euro von der Pharmaindustrie. Der Spiegel beschrieb Karl Lauterbach früh als gewissenslos: „So war er auch an einer Studie über den Fettsenker Lipobay beteiligt – jenem Medikament, das die Herstellerfirma Bayer wegen tödlicher Zwischenfälle im Jahr 2001 vom Markt nahm. Die frühen Hinweise darauf, dass Lipobay möglicherweise gefährlich war, nahm Lauterbach damals ebenso wenig wahr, wie es seine Auftraggeber taten.“

Mitverantwortlich an Medikamentenskandal

Die Toten von Lipobay waren gestern und sind offenbar vergessen. Heute ist Karl Lauterbach lauter als jemals zuvor. Seit Anfang 2020 vergeht wohl kein Tag, an dem die Deutschen nicht mit seinem Namen genervt werden.

Die linke Zeitung „Volksstimme“ stellt sich dennoch hinter den regierungstreuen Lauterbach und kritisiert, dass Bayern-Trainer Hansi Flick und auch Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg sich zu der Hysterie, die Lautberbach stets zu verbreiten sucht, zu Wort melden. Effenberg schrieb in seiner Kolumne auf t-online: „Wenn es um Fußball geht, sollte Lauterbach sich einfach mal zurückhalten. Ich habe nichts dagegen, dass Lauterbach mit seiner Expertise um Aufklärung der Gesellschaft bemüht ist. Ich sage nur, dass er thematisch in seinem Fachgebiet bleiben soll.“

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…

Lauterbach hatte zuvor wiederholt den Sonderstatus von Profi-Fußballern in der Corona-Politik-Zeit kritisiert, woraufhin sich der Münchener Erfolgscoach Hansi Flick vor dem Spiel seiner Bayern gegen Arminia Bielefeld regelrecht in Rage redete und Lauterbach als „sogenannten Experten“ bezeichnet. Er sprach damit laut aus, was viele im Land denken. Auch Stefan Effenberg sieht das offenbar so und meinte, Lauterbach sei „in dieser Frage schlicht und ergreifend populistisch unterwegs“ und solle „auch mal ein Thema unkommentiert lassen“.

Hansi Flick hatte kritisiert, dass Lauterbach überall seinen Kommentar zu abgeben muss, dass die ständige Corona-Propaganda nervt, auch die von Herrn Lauterbach und dass Lauterbach statt zu kommentieren, vielmehr Lösungen präsentieren sollte. Stefan Effenberg schloss sich Flicks Aussage an. „Es war überfällig, dass sich jemand in dieser Deutlichkeit äußert, weil es schlicht nicht mehr zu ertragen ist. Gerade Lauterbach gibt zu allem seinen Senf dazu und hört einfach nicht auf.“ Er nannte mehrere Beispiele, wo Karl Lauterbach sich über ein Hygienekonzept zum Fußball geäußert hatte.

Schlicht und ergreifend populistisch

Während der Spiegel schon 2004 darauf verwies, dass Lauterbach weniger Mediziner, sondern vielmehr eiskalt berechnender Politiker ist, kommen jetzt fast 20 Jahre nach dem Lipobay-Skandal Zweifel an der Person Karl Lauterbachs auf. Nachdem dieser behauptete, die DFL nehme mit ihren vielen Tests der Profis der Allgemeinheit Testkapazitäten weg, meldete sich sogar Ex-Nationalspieler Rudi Völler mit einer deutlichen Aussage zu Wort, die klar machte, dass es längst nicht mehr um Gesundheit, sondern um Politik geht: „Herr Lauterbach ist nicht nur in dieser Frage schlicht und ergreifend populistisch unterwegs.“

Karl Lauterbach reagierte auf die Äußerungen der beliebten Fußballspieler wie gewohnt überempfindlich und ärgere sich auf Twitter darüber, dass Zweifel an seiner „Expertenmeinung“ bestünden.

Wer einen Blick auf Lauterbachs Twitter Account wirft, der stellt schnell fest, dass Lauterbach unbestritten Experte für Twitter ist, seine medizinischen Fähigkeiten stehen allerdings schon seit 2004 zur Diskussion. Für viele im Land ist unverständlich, wie jemand, der Tote durch die Fettsenker Lipobay bewusst in Kauf genommen hat, heute als Berater der Bundesregierung tätig sein kann. Lauterbach schweigt sich heute dazu aus und sieht sich gerne als zentralen Punkt aller Mainstreammedien, der unangreifbar und allwissend ist.

Stefan Raab nutzte für so ein Verhalten einst den Begriff „mediengeiler Mitarbeiter“, was wohl auf Karl Lauterbach ebenso zutrifft, wie auf Raabs damaligen Kollegen. Lauterbach sonnt sich in seiner scheinbar übermächtigen Position, da er meint, die ganze Corona-Politik bestimmen zu können, doch hat er seinen Zenit längst weit überschritten. Früher war Karl Lauterbach nur bei seinen Kollegen unbeliebt, heute hat er ein ganzes Land gegen sich. (AA)