Dem serbischen Weltranglistenersten Novak Djokovic eilt der Ruf voraus, seinen eigenen Kopf zu haben. Seine Fans lieben ihn, weil er nicht nur auf dem Tennisplatz ein Gusto-Stückerl nach dem nächsten auspackt, sondern sich auch sonst kein Blatt vor den Mund nimmt. So gründete er im Vorjahr eine neue Spielergewerkschaft, weil er die Interessen der Tennisprofis nicht ausreichend vertreten sah. Auch zur Corona-Diktatur hat „Djoker“ seine ganz eigene Meinung. Er ist klar gegen jeden Impfzwang.

  • Djokovic seit Wochen im medialen Kreuzfeuer, weil er gegen Impfzwang ist
  • 1G-Regel bei „Australian Open“: Wird der Rekordsieger verzichten?
  • Kein freier Journalismus mehr: Medien als Propaganda-Instrumente der Eliten
  • Einheitsmedien reagieren einheitlich auf Einheitsmedien-Vorwurf
  • Djokovic setzt sich für „Prinzipien, Werte, Menschenrechte“ ein
  • Der Weltranglisten-Erste will sich weiter den Mund nicht verbieten lassen

Tennis-Star seit anderthalb Jahren gegen Impfzwang

Mit dieser Meinung hält er nicht hinter dem Berg. Viele Menschen verharrten noch gutgläubig und obrigkeitshörig im ersten Lockdown, da war Djokovic bereits kritisch. Er sprach sich im April des Vorjahres gegen eine allfällige Impfpflicht aus – acht Monate, bevor ein Europäer erstmals eine Impfdosis erhielt. Seine Ansage: „Ich möchte nicht, dass mich jemand zwingt, einen Impfstoff einzunehmen, um reisen zu können“.

Seitdem wiederholte er seinen Standpunkt regelmäßig – egal, was die Medien sagen. Und deren Fragen nehmen zu. Denn mittlerweile gilt eine Impfpflicht für die Teilnahme an den Australian Open im Jänner als wahrscheinlich. Djokovic ist Rekordsieger des Grand-Slam-Turniers in „Down Under“. Nach derzeitigem Stand kann ihn nicht einmal sein Genesenen-Status retten. In Australien gilt ein Impfzwang sogar für fast alle Berufe.

Djokovic-Rundumschlag: „Propaganda für die Eliten“

Seit Wochen wird nun spekuliert: Hat er schon? Wird er noch? Nimmt er gar nicht teil? Das Ganze geschieht mit einer solchen Vehemenz, dass es jedem zu viel werden könnte. Und vielleicht hat er das Theater in Österreich um Dominic Thiem miterlebt. Hier schaltete sich sogar der grüne Gesundheitsminister Mückstein ein, um den Weltklasse-Spieler zur Impfung zu verdonnern. Dieser hatte zuvor bekundet, auf einen Totimpfstoff warten zu wollen. Zumindest offiziell hat sich Thiem nun impfen lassen.

Auf seine eigene Situation angesprochen erklärte Djokovic stets: „Egal, ob ich ‚ja‘, ’nein‘, ‚vielleicht‘, ‚weiß nicht‘ oder ‚ich überlege‘ antworte…die Medien werden die Antwort umdrehen.“ So auch am Donnerstag. Aber diesmal holte er auch zum Rundumschlag gegen die Medien insgesamt aus. Und die Retourkutsche des wohl weltbesten Return-Spielers fiel hammerhart aus: „Es gibt immer weniger freien Journalismus und Informationen. Es geht nur noch darum, Propaganda zu verbreiten, die einer Elite dient“. Aus diesem Grund lese er keine Zeitungen und schaue auch seit mehreren Jahren keine Nachrichten.

Getroffene Hunde: Medien heulen nach Kritik laut auf

Medien als Propagandamühlen: Bäm, das saß – und wie! Denn kaum hatte der 20-fache Sieger von Grand-Slam-Turnieren dies ausgesprochen, schäumten die ersten Medien bereits vor dem Mund. Das Sportportal „ran“ unterstellt ihm „bizarre Aussagen“. Nach Ansicht des „Blick“ aus der Schweiz „bugsiert er sich mit einer Aussage in die Gefilde der Verschwörungstheoretiker“. Ähnliche Bewertungen treffen zahlreiche weitere Blätter.

Dabei bestätigen sie reihum eigentlich die Kritik, die Djokovic bereits kürzlich bei einem Medium seiner Heimat anbrachte. Wenige Medien würden bestimmen, was behauptet werde  – auch über seine Person. Die anderen würden diese Darstellungen dann einfach kritiklos weiter verbreiten. Das sei „kein Journalismus“ mehr. Indem sie ihn nun reihum für seine Medien-Kritik mit beinahe einheitlichen Floskeln anschießen, bestätigen sie ihn nur gewissermaßen…

Ein Sportler, der für seine Prinzipien einsteht

Seine Meinung will Djokovic trotz ständiger Falschdarstellungen und Medienkampagnen aber trotzdem frei sagen: „Das hält mich nicht davon ab, mich für Dinge einzusetzen, die ich für richtig halte.“ Für ihn seien vor allem „Prinzipien, Werte und Menschenrechte“ von Bedeutung. So wie bei der Frage nach der Corona-Impfung:  „Das ist Privatsache und gemäß Gesetz könnte ich jemanden dafür belangen, der mich danach fragt. Diese Frage ist unangemessen.“

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