Lorenz K. ist einer der berüchtigsten Häftlinge Österreichs. 2017 wurde er als bekennender IS-Terrorist zu neun Jahren Haft verurteilt. Jetzt soll er in Haft in der Grazer Karlau eine islamistische Terrorzelle gegründet haben. Heute fand in Graz der Prozess wegen versuchter Nötigung gegen ihn statt.

Der gebürtige Albaner, Lorenz K., der sich auch Sabur Ibn Gharib nennt, plante sich in Deutschland mit seiner blutjungen Ehefrau im Namen des IS in die Luft zu sprengen. Über Facebook, Twitter und seine Playstation vernetzte er sich mit Islamisten in Deutschland und trieb andere weiter in den Fundamentalismus.
Er sei von der Hip Hop-Szene direkt in den Islamismus übergegangen, beklagten seine Eltern, die nicht religiös geprägt sein sollen, später.

Drohte Afghanen mit Kopf-Abschneiden und Vergewaltigung

Er stiftete sogar einen 12-Jährigen zu einem Selbstmordattentat in Ludwigshafen an. Der Anschlag ging schief, weil es dem Nachwuchs-Islamisten nicht gelang, den Auslöser der Sprengladung zu betätigen. Jetzt soll er einem 27-jährigen Afghanen (Anm.: einem Mithäftling) damit gedroht haben, ihm den Kopf abzuschneiden und ihn zu vergewaltigen.

Gericht: nicht zuständig

Im Zuge des heutigen Prozesses kam es zu keiner Verurteilung. Die Anklage wurde auf den Verdacht des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person ausgeweitet. Daraufhin musste das Gericht ein Unzuständigkeitsurteil aussprechen. Grund: Eine Anklage wegen sexuellen Missbrauchs bedarf eines Schöffensenats anstatt eines Einzelrichters.

Der Tod ist sein Ziel

Wie ernst es Lorenz K., der sich auch Sabur Ibn Gharib nennt, mit dem Islam ist, zeigen auch etliche Beiträge, die er in der Vergangenheit im Internet hinterließ.

So hält der gebürtige Albaner alles, wofür der IS steht, für richtig: „Wenn ich hier nicht meine Familie hätte und ich meine Familie dadurch traurig machen würde, dann würde ich sofort runtergehen und für den IS kämpfen. Ich sage ehrlich meine Meinung, weil ich dazu stehe, und alles, wofür der IS steht, für richtig halte.“

Auf Facebook wünscht er sich als Sabur Ibn Gharib den Dschihad: „Möge Allah uns in den Jihad bringen und möge er uns alle sterben lassen und so schnell wie möglich den Sieg gewähren und diese Kuffar so schnell wie möglich rechtleiten oder vernichten Allahumma Amin.“

Der Tod ist sein Ziel: „Seit ich den Islam angenommen habe und gelernt und gecheckt habe, dass der Tod mein Ziel ist, juckt mich gar nichts mehr. Es gibt nichts, ,was mir Angst macht.“

FPÖ: Beispiel misslungener Integration

Für FPÖ-Chef Norbert Hofer und den Chef der steirischne FPÖ, Mario Kunasek, ist die „Karriere“ des Grazer Problemhäftlings das Ergebnis einer misslungenen Integrationspolitik.

Sie fordern unisono Haft in der Heimat:

„51,2 Prozent der Insassen heimischer Gefängnissen haben keine österreichische Staatsbürgerschaft. Die Haftbedingungen in Österreich haben offenbar keine abschreckende Wirkung – gehören doch TV, Handys, Kuschelzelle und eine umfangreiche Speisenauswahl zur Grundausstattung in unseren Gefängnissen. Die österreichische Bundesregierung muss daher unverzüglich bilaterale Abkommen schließen, damit in Österreich verurteilte Ausländer die Haft in ihren Heimatländern antreten müssen.“

Die Freiheitlichen fordern daher, dass der 21-Jährige seine Haft in Albanien verbüßen soll: „Wer sich dem sogenannten Islamischen Staat anschließt, hat kein Anrecht auf einen rot-weiß-roten Pass.“

Verlust der Staatsbürgerschaft bereits gesetzlich verankert

Die freiheitliche Forderung deckt sich mit der österreichischen Gesetzeslage, die eine Ausbürgerung in ähnlichen Fällen vorsieht. So ist es rechtlich verankert, dass Österreicher, die für die Fremdenlegion eintreten, die Staatsbürgerschaft verlieren.
Da es sich beim Islamischen Staat allerdings um keinen anerkannten Staat handelt, findet diese vom Gesetzgeber vorgesehene Regelung im Fall der Islamisten derzeit keine Anwendung.

Norbert Hofer gibt sich damit nicht zufrieden: „Auch wenn das barbarische Konstrukt „Islamischer Staat“ nicht anerkannt ist, sind seine Ansichten und Grundhaltungen mit den Werten einer aufgeklärten Demokratie wie Österreich nicht vereinbar. Ein Engagement im Namen dieses Gewalt-Regimes muss zum Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft führen.“

Die Steiermark ist eine regelrechte Hochburg des Islamismus. Radikale Moscheevereine florieren in der steirischen Landeshauptstadt ebenso wie Netzwerke der Muslimbruderschaft.
Rund ein Drittel der Grazer Bevölkerung ist nicht in Österreich geboren, wie der kürzlich erschienene Integrationsbericht zeigt.

Mario Kunasek fordert von den Verantwortlichen im Justizbereich ein Durchgreifen: „Bekennende Terroristen darf man keinesfalls die Möglichkeit geben, im Gefängnis weiter am Aufbau von Terrorzellen zu arbeiten oder andere Insassen zu terrorisieren. Hier muss von der Anstaltsleitung alles unternommen werden, um diese Gefährder zu isolieren.“