Am Freitag fand erneut ein Prozess gegen Sigi Maurer am Wiener Landesgericht für Strafsachen statt. Ein Wiener Bierwirt wirft ihr Kreditschädigung und Üble Nachrede vor, nachdem Maurer zum Boykott seines Geschäfts aufrief.

Nachdem Sigrid Maurer am 29. Mai 2018 eine obszöne Nachricht auf ihrem Facebookaccount erhielt, sah sie ihre Chance auf ein politisches Comeback. So veröffentlichte sie die Nachricht einen Tag später mit dem vollen Namen eines Craftbeershop-Besitzers, von dessen Account die Nachricht verschickt wurde, mit den Worten: „Ich bin wieder da“. Maurer stilisierte sich von da an zur Ikone im Kampf gegen den Hass im Netz.

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„frauenverachtendes Arschloch“

Obwohl das Geschäft wohl nicht von Erfolg gekrönt sei, sollten Sigrids Abonnenten nicht mehr dort einkaufen:  „Jetzt hab ich eh das Gefühl dass sein Geschäft nicht gerade von großem Erfolg gekrönt ist, aber in einer Stadt voller Hipster ist es vielleicht ganz gut zu wissen, bei welchem frauenverachtenden Arschloch man sein Bier kauft.“ Weiters rief sie zu Aktionen beim Geschäft auf und führte dazu Homepage, Kontaktdaten und Öffnungszeiten an: „Vielleicht will sich ja auch wer bei ihm erkundigen, warum er Frauen belästigt.“

„Maurer hat mein Leben zerstört“

Ihre Aufrufe hatten Erfolg. Der Bierverkäufer sieht sich in seiner Existenz vernichtet, er ist sich sicher: „Sigrid Maurer hat mein Leben zerstört.“ So wurden nicht nur Kunden durch Maurers Aufrufe abgeschreckt. Der Bierverkäufer wurde Opfer unzähliger Attacken. Er wurde mehrfach von Passanten bespuckt, sein Geschäft wurde beschmiert und attackiert.

„Willi“ könnte zu Maurers Verurteilung führen

Der Bierwirt hatte stets versichert, dass er die Nachrichten nicht selbst geschrieben habe. Jeder hätte Zugang zu seinem Computer gehabt, seine Gäste hätten dort Musik abgespielt. Im Juni soll nun ein „Willi“ gestanden haben, dass er die Nachrichten an Maurer verfasste, die mittlerweile zur Klubchefin der Grünen avancierte. Maurer müsste allerdings nachweisen, dass der Bierwirt L. die Nachrichten an sie geschickt hat, ansonsten muss sie eine Verurteilung wegen Kreditschädigung und übler Nachrede befürchten.

Rechtsanwalt Adrian Hollaender, der den Bierwirt als Privatbeteiligten im Prozess vertritt, legte dem Gericht einen Zettel mit dem Geständnis vor. Damit hatte das Gericht nicht gerechnet. Der Prozess musste vertagt werden.

Jetzt soll dieser „Willi“, der die Nachrichten an Maurer verfasst haben will, ausfindig gemacht werden. Das ist entscheidend für den Ausgang des Prozesses. Sollte der Bierverkäufer die Ausgangsnachrichten nicht verfasst haben, so müsste Maurer mit einer Verurteilung wegen Kreditschädigung rechnen. 

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