Der Gerichtssaal im Landesgericht Krems war laut Zeugen um 09.00 Uhr zwar gut gefüllt, vom Angeklagten fehlte aber jeder Spur. Dabei hätte heute der Prozess gegen den Erfinder der „Ibiza-Methode“ starten sollen.

Dieser schrieb dem Gericht kurzerhand eine Entschuldigung, er sei erkrankt und befinde sich im Krankenhaus Krems. Das Gericht ließ das prüfen und unterbrach den Prozess daraufhin bis Herbst.

Angeklagter mit 2,9 Promille in Klinik

Es stellte sich heraus, dass der Beschuldigte 2,9 Promille Alkohol im Blut gehabt hatte. In Begleitung der Kripo wurde er ins Klinikum Tulln überstellt, wo nun geklärt werden muss, ob er wirklich eine psychische Erkrankung hat – wie von ihm behauptet.

Dem Angeklagten, einem früheren Sicherheitsberater, wird Verleumdung, Vortäuschen von Straftaten, betrügerische Krida und Betrug vorgeworfen. Er bestreitet alles. Das Interesse am Prozess ist deshalb so groß, weil der Beschuldigte jene drei Personen ausgebildet haben will, die bei der Erstellung des Ibiza-Videos ihre Finger im Spiel hatten. Er reklamiert für sich sogar, die „Ibiza-Methode“ erfunden zu haben.

Keine Fragen zum Ibiza-Video zugelassen

Auch die drei Privatermittler, Julian H., Slaven K. und Edis S. hätten heute ab 13.30 Uhr per Video aussagen sollen. Laut Richterin wären aber dabei keine Fragen zum Ibiza-Video zugelassen gewesen.

Der Angeklagte behauptete, mit dem Trio für eine österreichische Industriegruppe Betriebsspionage betrieben zu haben, doch die Staatsanwaltschaft hält seine Selbstbezichtigung für falsch…