Die Boulevardmedien sind voll davon. „Sprecher von FPÖ-Chef Nepp: ‚Ich bin der Staat'“ titelte beispielsweise die Krone. Völlig abseits der Realität ist man bei oe.24: „FPÖ-Mitarbeiter drohte: ‚Ich bin der Staat'“. Tatsächlich hat der Beschuldigte, für den natürlich die Unschuldsvermutung gilt, überhaupt nichts mit der FPÖ zu tun.

Ein Kommentar von Willi Huber

Nach den Wiener Landtagswahlen des Jahres 2015 stand der FPÖ Wien die Position eines Vizebürgermeisters zu. Als solcher erhält man vom Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien einen Sprecher zugeteilt. Im Falle von Dominik Nepp und der FPÖ war dies eben Werner-Christoph Kaizar. (Vor Nepp übte die Funktion des Vizebürgermeisters übrigens Johann Gudenus aus.) Seine Aufgaben beschränkten sich auf Presseaussendungen und Kommentare zu offiziellen Terminen des Vizebürgermeisters. Der Mann war niemals in die Belange der FPÖ Wien involviert und nach Auskunft der Partei zu keinem Zeitpunkt Mitglied.

Sicher kein FPÖ-Skandal

Ob Herr Kaizar, dem aktuell in Boulevardmedien inklusive großen Abbildungen Amtsmissbrauch vorgeworfen wird, überhaupt jemals einer Partei angehörte ist nicht geklärt. Vor der Tätigkeit für Herrn Nepp, die er stets aus einem Büro der PID ausübte, war Kaizar Sprecher der Magistratsdirektion. Ob dies ohne Nähe zu einer Partei in Wien möglich ist, mag der gelernte Österreicher selbst entscheiden. Daran ändert auch nichts, dass Kaizar nach seiner langen Tätigkeit mit verschiedenen FPÖ-Größen auf Facebook befreundet ist. Jeder kann auf Facebook mit seinem Postboten befreundet sein, wird dadurch aber nicht selbst zum Postbeamten.

Wahlkampfgetöse in wessen Auftrag

In jedem Fall betreffen die Vorwürfe gegen Herrn Kaizar eine private Angelegenheit, die weder mit der FPÖ noch mit Herrn Dominik Nepp zu tun hat. Was speziell die Kronenzeitung oder Fellners „Österreich“ hier inszenieren ist also bestenfalls als Wahlkampfgetöse zu verstehen. Wem aktuell die Kronenzeitung gehört, ist allgemein bekannt. Wie viel zusätzliche Presseförderung die Regierung in Richtung „braver“ Medien ausgeschüttet hat, ebenso.

Kriminelle Organisation spottet

Die kriminelle Facebook-Gruppe FPÖ-Fails, welche sich zum Ziel gesetzt hat, aus der Anonymität FPÖ Politiker zu beleidigen und zu denunzieren und dabei gerne von den Systemmedien als Quelle zitiert wird, veröffentlichte im Fahrwasser unserer Berichterstattung einige Bilder von Herrn Kaizar und Herrn Johann Gudenus. In der üblichen Manier dieser Seite wird dabei die Wahrheit willkürlich gedreht, denn natürlich war Kaizar auch der vom PID zugeteilte Pressesprecher von Vizebürgermeister Gudenus. Auch zu dieser Zeit war er Mitarbeiter des Presse- und Informationsdienstes der Stadt Wien ohne Büro, Funktion oder Mitgliedschaft in der FPÖ.