Der österreichische Neurowissenschaftler, Psychiater und Psychotherapeut Raphael M. Bonelli analysiert in einem Youtube-Video die aktuelle Situation in Österreich. Von Seiten der Regierung sieht er eine klare Eskalation gegenüber dem Bürger. Dabei wäre es seine Meinung nach zielführender mit der Angstpropaganda aufzuhören und den Druck zu verringern, da sonst die Politik die letzte Glaubwürdigkeit verspielt.

  • Offene klare Worte: Dem Volk geht es infolge der Zumutungen schlecht
  • Unglaubliche Ausgrenzung von Ungeimpften erinnert an Ostblock-Diktaturen
  • Ungeimpfte als Feindbild: Erzählung wurde von langer Hand aufgebaut
  • Impfpflicht gegen jede Evidenz: Neue Stufe der Eskalation
  • Auftrag einer Regierung ist es nicht, das Volk zu erziehen!

Den Leuten geht es schlecht! Und das über alle Bevölkerungsschichten und Gruppen.“ Es sind sehr offene Worte, die Bonelli in einem Video für die derzeitige Situation findet. Etwas, dass man sich eigentlich auch von der Regierung wünschen würde. Denn, so Bonelli, seien alle unzufrieden mit dem, was derzeit zugemutet wird. Dabei sieht er drei unterschiedliche Gruppen in der Bevölkerung. Eine Gruppen seien diejenigen, die sich aus pragmatischen Gründen ins Impfen haben hereindrängen lassen, in der Hoffnung, dass es dann vorbei ist und sie wieder ihre Ruhe haben. Sei sind nun sauer, weil sie wieder in den Lockdown gesteckt worden. Die zweite Gruppe sieht er in den Hardlinern, also diejenigen, die sich durch die Pandemie und dadurch von anderen Menschen bedroht fühlen. Und die dritte Gruppe sind die Ungeimpften.

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Unglaubliche Diskriminierungen

Diese, so der Psychiater würden von unglaublichen Diskriminierungen und Ausgrenzungen berichten. Das sind aber nicht nur Erfahrungen, die für die Menschen von „oben“, also von der Regierung und der Politik kommen. Sondern auch von „unten“, aus der Mitte der Gesellschaft, auch von Nachbarn oder Freunden. So nehmen sich Menschen gegen Ungeimpfte Dinge heraus, die bis vor kurzem noch völlig unvorstellbar waren. Bonelli berichtet dabei von einem Erlebnis, das ihm in seiner ganzen Berufslaufbahn noch nicht passiert sei. Eine Patientin die zu ihm kam, erklärte, sie sei ungeimpft und will es auch bleiben, aber vielleicht würde sie sich das Leben nehmen…

Wie in den Diktaturen des Ostblocks

Ebenso belastend ist für viele Menschen, dass sie nicht mehr genau wissen, was jetzt noch erlaubt ist und was bereits wieder verboten. Die Leute wissen einfach nicht mehr, was sie noch dürfen und was nicht, erklärt Bonelli und berichtet wiederum aus seiner Praxiserfahrung, dass es vor allem Menschen mit Diktatur-Erfahrung sind, die sich an ihre Vergangenheit erinnert fühlen. Vor allem auch Patienten aus den Ostblockstaaten würden dieses Gefühl kennen.

Feindbild der Ungeimpften von langer Hand aufgebaut

Dabei ist die Gesellschaft stark emotionalisiert. In allen drei Gruppen sieht Bonelli Wut, Empörung aber auch Verzweiflung und Resignation. Zudem sei durch die wochenlange Hetze gegen Ungeimpfte von langer Hand ein neues Feindbild aufgebaut worden, an dem sich ein Teil der Gesellschaft abreagieren kann. Dies zeigt sich jetzt auch im neuen Lockdown. Es kommt zu Schuldzuweisungen gegen Ungeimpfte und die Regierung kann ihre Hände in Unschuld waschen.

Für die Gesellschaft sind diese gruppendynamischen Schuldzuweisungen jedoch schlecht, da sie die Spaltung nur noch vertiefen. Zudem komme es zu einer neuen „Biedermeierisierung“ der Gesellschaft. Die Menschen ziehen sich ins Private zurück und wollen von der Politik nichts mehr wissen. Auch Massenmedien würden gemieden werden, da die Leute weniger wissen wollen bzw. sich ihre Informationen abseits des Mainstream holen.

Zu viele Widersprüchlichkeiten & gebrochene Versprechen

Die bisherigen Mittel der Politik zeigen sich auch zunehmend wirkungslos. Denn die Angst- und Panikmache der vergangenen eineinhalb Jahre (hunderttausende Tote und jeder wird einen kennen, der an Corona verstorben ist) wirken eher kurzfristig aber nicht langfristig. Und der Zweck heiligt nicht die Mittel, was sich nun in einer zunehmenden Politikverdrossenheit und auch in einem großen Glaubwürdigkeitsverlust manifestiert. Denn es gab schon zu viele Widersprüchlichkeiten, an die sich teilweise schon niemand mehr erinnert, aber einige sind hängen geblieben. So etwa, dass die Krise für Geimpfte vorbei ist, dass die Impfung freiwillig ist und bleibt, Masken ja oder nein…

Die Politik muss endlich umdenken

Aber die Bürger haben nicht das Gefühl, dass die Krise vorbei ist, obwohl es schon sehr oft gesagt wurde. Und dass jetzt eine Impfpflicht kommen soll, obwohl die Zahlen dies nicht hergeben, ist eine weitere Stufe der Eskalation von Seiten der Bundesregierung. Zumal die Regierung sehr einseitig auf eine atypische Impfung setzt, die in keinem Fall gehalten hat, was anfangs versprochen und auch von ihr erwartet wurde, wie Bonelli weiter ausführt. Und diese Vertrauenskrise wird das Land noch lange beschäftigen, ebenso wie die Spaltungen, die Wunden gerissen haben, die lange nicht verheilen werden.

Nicht der Auftrag der Regierung das Volk zu erziehen

Hier sollten die Regierung endlich weg von diesem Absolutismus und dem pädagogischen Benehmen. Denn es ist nicht die Aufgabe der Regierung das Volk zu erziehen. Vielmehr sollte die Regierung Fehler eingestehen und nicht Sündenböcke suchen, sondern ehrlich sein und endlich mit der Angst- und Panikmache aufhören und die Eskalation beenden. Denn diese würde nur zu Gegendruck führen. Aber mit ihren letzten Schritten machte die Regierung genau das Gegenteil. Entschuldigungen, die halbherzig sind und nicht ernstgemeint wirken und zugleich nichts an dem Verhalten ändern.

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