Corona-Religion

Die renommierten Psychiater Raffael Bonelli und Hans-Joachim Maaz kritisieren den Umgang mit dem Corona-Virus. Sie sehen eine paranoide Überreaktion in der öffentlichen Auseinandersetzung mit Corona. Es fehle das Gleichgewicht im öffentlichen Diskurs. Der moralisierende, einseitige öffentliche Diskurs habe religiöse Züge angenommen. Kritiker würden mundtot gemacht werden. Damit sollen laut den Experten die wirtschaftlichen und psychologischen Folgen der Corona-Maßnahmen vereitelt werden.

Der deutsche Psychiater und Autor Hans-Joachim Maaz hat die DDR erlebt und warnt vor totalitären Tendenzen im Umgang mit der Corona-Situation. Der Wiener Psychiater Raffael Bonelli hat dazu einen Videobeitrag veröffentlicht, in dem er Maaz Hypothesen fachlich ergänzt:

Die 9 Hypothesen von Hans-Joachim Maaz:

  1. Es gibt ein neues unbekanntes Virus, an dem man sterben kann. Sterbegewissheit wird aber verdrängt.2. Fachkompetente Wissenschafter (Virologen, Epidemiologen, Hygienexperten) tun ihre Pflicht – das Wissen ist aber begrenzt. Im Konkurrenzkampf der Virologen kommt es auch zu narzisstischen Wettkämpfen um Förderungen für die Forschungstätigkeit

    3. Politiker stehen unter Handlungsdruck. Sie müssen entschlossen handeln und dürfen sich keine Unsicherheit anmerken lassen, um Wahlen zu gewinnen. Das Nichthandeln ist für Politiker folgenschwerer, als falsch zu handeln.

    4. Kritiker werden diffamiert, damit die Unsicherheit der Entscheidungsträger nicht auffällt5. Seit der Flüchtlingskrise 2015 sind die Mainstreammedien gleichgeschaltet auf Regierungskurs. Panik wird bewusst erzeugt, um Regierungsmaßnahmen zu rechtfertigen.

    6. Eine breite demokratische Diskussion wird nicht zugelassen. Das schürt den Verdacht auf Fehlentscheidungen.

    7. Es wurde ein Massenwahn ausgelöst. Hamsterkäufe zeugen davon.

    8. Traumatische Erlebnisse und persönliche Sorgen werden auf das Virus projiziert

    9. Globale Informationswege helfen zur weltweiten Verbreitung der Massenpanik

Virologen sind nicht objektiv

Auch Bonelli sieht die viruszentrierte Sicht problematisch.
Ein Virologe könne nicht beantworten, wie es um die psychische Gesundheit eines Landes bestellt ist. Er kann auch die wirtschaftlichen Folgen nicht abschätzen.
Die finanzielle Komponente solle nicht unterschätzt werden, laut Bonelli. So muss jeder Forscher darauf achten, dass seinem Gebiet Wichtigkeit zukommt, um Förderungen für die Forschung zu lukrieren. Damit stehen Virologen in einem Spannungsfeld zwischen gesundheitlichem Interesse und finanziellen Bestrebungen der Pharmaindustrie.

Angst und Narzissmus: Betroffene Kreisen um sich selbst

Beide Psychiater gehen davon aus, dass sich die Regierungen im Zuge der Corona-Panik verrannt haben und die getroffenen Maßnahmen überschießend waren.

Maaz sieht in den Eliten narzisstische Persönlichkeiten, die sich selbst Überhöhen und deswegen keine Fehler eingestehen. Bonelli macht dafür die perfektionistische Erwartungshaltung verantwortlich, in der das Eingestehen von Fehlern nicht vorgesehen ist. Vor allem seien auch die Politiker von Angst getrieben und würden in unserer perfektionistischen Gesellschaft vor allem in Sorge um ihre Reputation handeln.

Totalitäre Tendenzen

„Die Moralisierung der Debatte ist der Beginn der Intoleranz“, stellt Bonelli fest. Die Experten sind sich einig: die Massenpsychologie werde politisch genützt. So wird ein gemeinsamer Feind gefunden, gegen den sich die Gesellschaft in den Kriegszustand begeben soll.
Jeder Abweichler würde sofort Mundtot gemacht. Bonelli erinnert die kollektivistische Einheitsemotion im Zuge der Corona-Krise an jene der Willkommenskultur 2015. Kritiker würden wieder als Gefährder von Menschenleben dargestellt. Er geht davon aus, dass ähnlich wie auch 2015 ein Kippen dieser Einheitsemotion die Folge sein wird.
Bonelli möchte die beschriebene, kollektive Panik aber nicht als Verschwörungstheorie verstanden wissen. Die Angst habe uns als „psychodynamische Urkraft“ in Beschlag genommen.

Religiös: Verklärung der Realität

Bonelli sieht im Corona-Diskurs eine Emotionalisierung die kein Maß mehr kennt. Schreckliche Bilder von Särgen, Bilder von überlasteten Intensivstationen sollen Panik erzeugen.
Dabei würden Bonellis Kollegen aus Krankenhäusern berichten, dass selbst in Wien die Intensivstationen leer seien.
Sobald Kritiker aber die Gefährlichkeit des Corona-Virus in Frage stellten, würden sie entweder als unmoralisch dargestellt, oder medial totgeschwiegen.
Damit werde der Virenschutz zur Religion. Gesundheit ist das oberste Prinzip. Das sei aber irrational laut Bonelli, zumal das Ziel aller Konzepte sei, dass 70% das Virus bekommen sollen, damit die Herdenimmunität erreicht wird.
Das Sterben aufgrund eines altersbedingt geschwächten Immunsystems sei natürlich, während unsere Angst vor dem Tod mittlerweile ins Irrationale abgleite.
Als Folge dessen würden die langfristigen Folgen wirtschaftlicher und psychologischer Natur politisch komplett vernachlässigt.