Obwohl die Sicherheitsbranche boomt, scheinen Vorbeugungsmaßnahmen zum Schutz von Leben und Eigentum für die Mehrheit der Österreicher kein Thema zu sein.

Ein Beitrag von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Das zeigte der verhaltene Besuch bei der ersten österreichweiten Sicherheitsmesse am letzten Wochenende im Design Center von Linz, die der Veranstalter Andreas Söser zwar gut auf die Beine gestellt hatte, der aber nach Ansicht von Oberstleutnant Gerhard Oberreiter, dem Presseoffizier des Oberösterreichischen Militärkommandos, auch „ein wenig Action“ durchaus gut getan hätte. Als Informationsmesse top, als Publikumshit ein Flop.

Allerlei Fragen zum Schutz von Menschen und Anlagen

Wichtig ist, dass man rechtzeitig drauf schaut, dass man es hat, wenn man es braucht pflegte einst Josef Kirschner für die Bauspar-Werbung zu philosophieren – und gemeint war damit das Geld. Für die Sicherheitsbranche hat dieser Satz heute mehr denn je Gültigkeit, auch wenn er in erster Linie nicht auf die Vorratshaltung von Geld sondern von Gütern abzielt, die den Betroffenen im Katastrophenfall nützlich sein können: Beispielsweise bei einem großflächigen Ausfall des Stromnetzes, einem so genannten Blackout, aber auch bei einer längeren Isolierung durch Hochwasserkatastrophen.

Rechtzeitige Eigenvorsorge und Vorratshaltung sei also das Gebot der Stunde, betonte Landesfeuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner, der weiß, dass sich das Sicherheitsgefühl der Menschen meist erst mit den Pegelständen der Flüsse entwickele – wie er zu Beginn der Messe bemerkte. Dort wurden auch viele Antworten auf allerlei relevante Fragen des Schutzes von Menschen und Anlagen gegeben. Denn 54 Prozent der Österreicher fühlen sich Umfragen zufolge nicht mehr so sicher wie noch vor zehn Jahren, was sie aber nicht müssten – wie Oberösterreichs Landespolizeidirektor Andreas Pilsl erläuterte: Wohnungseinbrüche und KfZ-Diebstähle beispielsweise seien zurückgegangen, betonte er.

„In Fragen der Sicherheit müssen alle mitarbeiten“

In Sachen Cyber-, Gewalt- und Wirtschaftskriminalität sei allerdings ein Anstieg zu verzeichnen. Aber weil auch die rückläufigen Einbruchszahlen bei Autodiebstählen und Wohnungseinbrüchen noch immer für große Verunsicherung bei der österreichischen Bevölkerung sorgen, wartete die Sicherheitsmesse und ihre 62 Aussteller mit diversen Vorschlägen auf, wie man den Cyberattacken in der Wirtschaft, den Dämmerungseinbrüchen sowie den Eigentums- und Gewaltdelikten möglichst wirksam begegnen könne.

Dazu bedürfe es jedoch des Zusammenspiels vieler, bestätigten die Vertreter aller relevanten Blaulichtorganisationen den Hinweis von Landespolizeirektor Pilsl. „In Fragen der Sicherheit müssen alle mitarbeiten“, sagte er und wichtig dabei sei auch die Unterstützung der Politik.

Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek und der oö. Zivilschutzverbandspräsident Michael Hammer appellieren zudem an die Eigenverantwortung der Menschen. Doch was können diese akut tun, um nicht Opfer von Einbrechern zu werden? „Die Leute sollten abends das Licht anmachen, sich eine Alarm-Anlage zulegen und vor allem rechtzeitig zum Telefon greifen, wenn sie etwas Verdächtiges beobachten“, riet Pilsl beim Messeauftakt.

Eigenvorsorge und -Verantwortung

Sonst sei die Sicherheit eher schon ein beratungsintensives Produkt, erläuterte Messeveranstalter Andreas Söser (freigestelltes Bild links) und ein wichtiges Thema ist sie auch für den Linzer Bürgermeister Klaus Luger sowie für den Linzer Sicherheitsreferenten und Luger-Vize Detlef Wimmer, weil diese zu einer erwiesenermaßen hohen Lebensqualität maßgeblich beitrage wie sie in ihren schriftlichen Grußworten bekräftigten.

Deshalb werde beispielsweise bei der Beleuchtung der Stadt besonders darauf geachtet, so genannte Angstplätze zu vermeiden beziehungsweise zu entschärfen. „Weitere Beispiele sind die Überwachung von Unterführungen, hell gestaltete Tiefgaragen und die Videoüberwachung in den Straßenbahnen“, informiert Luger.

Für Securitas-Manager Peter Maier, einem privaten Sicherheitsdienstleister, ist Sicherheit ein Grundwert unserer Gesellschaft. Die dafür nötigen Sicherheitsdienstleistungen würden private Anbieter wie auch sein Unternehmen erbringen und die Branche boome. „Allein im vergangenen Jahr“, betont Maier, „haben die rund 400 privaten Sicherheitsunternehmen in Österreich einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet.“