Sogar offizielle Partei-Accounts fallen der Zensur zum Opfer – zumindest wenn sie "rechts" sind.

Unter dem Deckmantel der Qualitätskontrolle wurde auf der sozialen Plattform Twitter ein Zensurwerkzeug eingeführt, das rechte Nutzer vom öffentlichen Diskurs ausschließt.

Ein Kommentar von Hartwig Eder

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Sorge um „negative Gesprächskultur“

Vor wenigen Monaten ging ein großer Aufschrei durch Twitter, da einige Nutzer entdeckten, dass ihre öffentlich verfassten Nachrichten für andere User bei der „Hashtags“-Suche, also nach themensspezifischen Stichwörtern, nicht mehr aufzufinden waren.

Dieses Phänomen betraf vor allem rechte und kritische Accounts, teilweise sogar öffentliche Accounts deutscher AfD-Abgeordneter. Da die Accounts nicht gelöscht wurden, vermutetet die Kritiker, dass ein sogenannter „Shadowban“ verhängt wurde.

Vertuschung als „technischer Fehler“

Twitter dementierte die Vorwürfe und gab als Statement ab, dass es sich um einen technischen Fehler mit dem Werbe-Algorithmus gehandelt habe. Medien-insider gingen aber bereits damals von einem Testlauf für einen breit angelegten Zensurversuch aus.

Wie nun bekannt wurde hat Twitter tatsächlich ein Werkzeug eingeführt, das rechte Accounts aus dem öffentlichen Diskurs aussperrt. Twitter führte nun einen Algorithmus ein. Dieser „bewertet Tweets, die zwar nicht gegen die Richtlinien verstoßen, aber geeignet sind, die Gesprächskultur negativ zu beeinflussen„.

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Von der Zensur sind vor allem rechte Bürger und Netz-Nutzer betroffen.

Meist „rechte“ Accounts betroffen

Der Algorithmus bewertet aber nicht nur den Inhalt der Tweets sondern auch die Accounts der Nutzer, wie oft diese bereits gemeldet oder geblockt wurden oder ob sie unter Personen kommentieren denen sie nicht folgen.

Linke jubeln

Das Unternehmen feiert bereits erste Erfolge bei ihrem Kampf gegen den „Hass im Netz“. Es gab bereits acht Prozent weniger Meldungen aus Unterhaltungen und vier Prozent weniger Meldungen aus Suchanfragen. Twitter führt das eben darauf zurück, dass anderen Menschen nicht mehr so viele „beleidigende“ Inhalte angezeigt werden.

Diese Änderungen wurden still und heimlich implementiert, die Nutzer darüber nicht öffentlich in Kenntnis gesetzt. Unter dem Einfluss der Qualitätskontrolle stehen vor allem Accounts die „rechte“ Inhalte verbreiten. Auf der Seite shadowban.eu lässt sich testen ob der eigene Twitteraccount von der Qualitätsfilter-Kontrolle betroffen ist.

Betroffene Accounts versehen ihren Profilnamen oftmals mit einem roten „X“ und dem den Buchstaben QFD, die für Qualitätsfilterdiskriminierung stehen sollen. Der ORF-Anchorman Armin Wolf, der sich klar gegen die neue Social-Media-Richtlinie des ORF ausspricht, legt hinsichtlich dieser eindeutigen Zensurmaßnahme jedoch eine ganz andere Betrachtungsweise an den Tag:

shadowbann twitter

Kampf gegen „Hass im Netz“?

Linke Plattformen wie etwa die Seite „Belltower News“ tun die Zensurbemühungen Twitters als rechte Verschwörungstheorie ab, geben im Artikel aber klipp und klar zu, dass vor allem rechte Accounts betroffen sind.

„Belltower News“ wird übrigens von der „Amadeu Antonio-Stiftung“ betrieben, die vom Ex-Stasi-Spitzel Anetta Kahane gegründet wurde. Die Stiftung setzt sich stark gegen sogenannten „Hass im Netz“ und gegen Rechtsextremismus ein.