Könnte auch bei uns noch kommen: ein positiv auf Corona getestetes Ehepaar im US-Bundesstaat Kentucky wurde mit Fußfesseln unter Hausarrest gestellt.

Elizabeth und Isaiah Linscott weigerten sich, ihnen unverständliche Dokumente zur Selbst-Quarantäne zu unterzeichnen. „Wir hatten nie vor, gegen die Quarantäne zu verstoßen“, sagte das Paar nach der Anordnung fassungslos.

Genehmigung für Spitalbesuch gesondert einholen?

Laut Kentucky-Gesetz müssen Personen, die das Corona-Virus haben, zu Hause bleiben und die Behörden kontaktieren, wenn sich ihr Zustand verschlechtert. Elizabeth war nicht klar, wozu sie die Dokumente unterzeichnen sollte und lehnte das ab. „Für mich ist es so: wenn ich ins Spital muss, dann gehe ich und warte nicht darauf, dass ich dafür eine Genehmigung bekomme“, sagte sie.

Hausarrest: Ehepaar wie Schwerverbrecher behandelt

Ihr Mann erzählte lokalen Medien, was sich an dem Tag abspielte: es läutete, er öffnete die Tür, da standen acht Behördenvertreter vor der Tür. Sie kamen mit drei verschiedenen Autos. „Was zum Teufel ist da los“, fragte er sich. „Ein Mann im Anzug, mit einer Maske – vom Gesundheitsamt – und er hat drei verschiedenen Dokumente für uns – mich, meine Frau und unsere Tochter“.

„Wir haben kein Geschäft ausgeraubt, wir haben niemanden bestohlen, wir haben nichts Falsches gemacht“, beklagte Elizabeth die Vorgangsweise der Behörden. In Kentucky gibt es knapp 23.750 Corona-Fälle. 693 starben an oder mit Corona.

Quarantäne-Bruch: In Österreich bereits erste Prozesse

Wer solche Szenen als Besonderheit der oft drakonischen Auslegung des US-Rechtssystems abtut, der irrt. Denn auch hierzulande wird bei Personen, welche die Quarantäne-Anordnungen missachten, teils mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Für Aufregung sorgte etwa ein Justiz-Mail, das Verweigerern die Untersuchungshaft androht – Wochenblick deckte auf.

Und sogar erste Strafprozesse sind hierzulande bereits anhängig – und zwar in Klagenfurt und Ried im Innkreis. War es bei der Kärntnerin immerhin noch ein Einkauf während der Quarantäne, war es bei der Innviertlerin überhaupt nur ein kleiner Spaziergang im ländlichen Raum…