Die Fahrrad-Demonstration am Mittwoch sorgte während der Hauptverkehrszeit für riesige Staus in Linz. Vizebürgermeister Hein will nun die Notbremse ziehen.

Durch eine von der Rad-Lobby veranstaltete Demonstration, die auch bei Grünen und Neos ihre Unterstützer fand, kam gestern zur abendlichen Hauptstoßzeit der Verkehr im Linzer Stadtgebiet komplett zum Erliegen. Auf der Westspange reichte der Stau bis zur Westbrücke nahe dem Tunnel Bindermichl. Auch aus Richtung Urfahr ging nichts weiter, berichtet verärgert der freiheitliche Infrastrukturreferent und Vizebürgermeister Markus Hein: „Es ist mir unerklärlich, wie eine Demonstration von der Landespolizeidirektion an solch einer neuralgischen Stelle während der Stoßzeit überhaupt genehmigt werden konnte. Tausende Menschen, ob im Bus oder PKW, verloren nach einem harten Arbeitstag durch wenige Provokateure am Rad wertvolle Freizeit.“

Demonstrationsrecht ja, aber keine unnötige Provokation

Hein betont zwar, dass das Demonstrationsrecht eine der wichtigsten demokratischen Säulen ist, zeigt jedoch kein Verständnis dafür, dass wochentags zur Abendstoßzeit der einzige innerstädtischen Donauübergang dermaßen blockiert werden kann: „Wer dies in Kauf nimmt, kann nur das Ziel der maximalen Provokation verfolgen“. Auch den Jubel von Neos und Grüne über diese „Aktion“ versteht Hein nicht. Das einzig „Erfolgreiche“ – neben der Provokation – war der Schadstoffausstoß, der das Vielfache eines normalen Wochentags ausmachte. Bedauerlich findet Hein zudem den gewählten Zeitpunkt, war es doch der erste Tag des autofreien Hauptplatzes und zahlreiche verärgerte Menschen sahen irrtümlich nämlich genau darin die Schuld am Stau. „Der Imageschaden eines autofreien Hauptplatzes ist enorm! Wir haben Grüne, Neos und Radlobby immer davor gewarnt, die Nibelungenbrücke zu blockieren. Heute sahen wir die Folgen“, so FPÖ-Infrastrukturreferent Hein.

Maßnahmen angekündigt

Damit sich ein derartiger Verkehrsstillstand im Stadtgebiet nicht wiederholt, hat Hein nun Maßnahmen angekündigt. Die Aufhebung der Verordnung, mit den einschränkenden Maßnahmen in der Klosterstraße, wurde heute bereits in Auftrag gegeben. „Prinzipiell sollte der Hauptplatz über die Ferien autofrei sein. Die gestrige Rad-Demonstration, die Unterstützer bei den Grünen und Neos gefunden hat, hat aber gezeigt, wie leicht es nun Provokateuren gelingt, den Verkehr in der Stadt lahmzulegen. Mit den nun gesetzten Schritten, können und werden wir im Wiederholungsfall sofort wieder zur alten Regelung zurückkehren und der autofreie Hauptplatz ist Geschichte“, so Infrastrukturreferent und Vizebürgermeister Markus Hein, der zugleich betont, dass gerade die größten Befürworter des autofreien Hauptplatzes, ob es die Grünen oder die Neos sind, diesen mit großer Wahrscheinlichkeit zu Fall gebracht, denn der Imageschaden wird wohl irreparabel bleiben.