Die jüngsten Zahlen der Statistik Austria zeigten, wie schlecht es dank der Coronakrise um die heimische Wirtschaft steht: 14,3 Prozent Rückgang zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahresquartal sind der schlimmste Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Nun fordert der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) ein Umdenken.

Die neuen Zahlen, so der blaue Landesparteichef „belegen das, was wir seit Wochen und Monaten aus nahezu allen Branchen hören: die Corona-Politik der Bundesregierung zerstört zehntausende wirtschaftliche Existenzen und bedroht nochmal ein Vielfaches davon.“ Außerdem gäbe es viele offene Fragen zur Zukunft, welche einer Beantwortung harren, so Haimbuchner in einer Aussendung kritisch.

Vernichtung wirtschaftlicher Existenzen verhindern

Etwa sei in der Grippe-Saison im Winter unklar, wie es weiterginge: „Werden wir wieder in den Hausarrest geschickt? Werde wieder Schulen geschlossen? Was passiert mit der Nachtgastronomie, dem Tourismus, der Ski- und Ballsaison?“ Gerade in diesen Bereichen trafen die Folgen des Lockdowns die Unternehmer besonders hart: minus 61,1 Prozent im Gast- und Beherberbungsgewerbe; minus 35,3 Prozent in der Kulturbranche.

Zwar sei „jeder Corona-Tote einer zu viel“ – aber die Regierung werde das grundsätzliche und allgemeine Lebensrisiko nicht auf Null minimieren können. Er rate daher „dringend dazu, den Fokus wieder stärker auf den Erhalt des Gesundheitssystems zu legen, statt beim sinnlosen Versuch, das Virus komplett aus unserem Leben zu verbannen, nur immer noch mehr wirtschaftliche Existenzen zu vernichten.“

Haimbuchner will „oberösterreichisches Modell“ schaffen

Hierfür, so Haimbuchner, stehe er gerne bereit, gemeinsam mit politischen Mitbewerbern und Experten ein „Oberösterreichisches Modell“ zu entwickeln. Ein solches könnte „die schweren Fehler des Schwedischen Modells verhindern und die Stärken dieses Modells nachzeichnen“. Es sei möglich in der Pflege, Altenheime, in Spitälern und anderen Gesundheitsbereichen umfassenden Schutz anzubieten – und ansonsten ein weitgehend uneingeschränktes öffentliches Leben zu ermöglichen.

Dies sei ein Diskurs, der unbedingt zum jetzigen Zeitpunkt zu führen sei. Dies gelte vor allem „da Gesundheitsminister Anschober offenkundig nicht in der Lage ist, Ordnung in das von ihm angerichtete Chaos von Corona-App bis Lockdown-Ampel zu bringen. Niemand kennt sich mehr aus, welche Maßnahmen gerade wo gelten.“ Mit diesem nicht nachvollziehbaren Wildwuchs an Regeln müsse „endlich Schluss sein“.