Die Fronten sind abgesteckt und verhärtet. Da gibt es die einen, die unentwegt behaupten, „Rettungsmissionen“ wie jene der „Sea Star“ um Kapitänin Rackete würden Menschen vor dem Ertrinken retten.

Ein Kommentar von Christian Seibert

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Und es gibt die Gegenmeinung, dass es genau diese angeblichen Rettungsversuche seien, die Schlepper erst den Anreiz bieten, mit hunderten Migranten in hohe See zu stechen, um von Rackete und Co. gerettet zu werden.

Nun gut, ich möchte nicht verhehlen, dass ich klar zur zweiteren Variante tendiere. Für mich ist diese Inszenierung auf hoher See, die in mehrfacher Hinsicht tödlich enden kann, vor allem eines: Ein Schauspiel, das in der Einfachfachheit der Handlung an den „Räuber Hotzenplotz und die Mondra(c)kete“ erinnert.

Mit der Millionärstochter Carola in der Hauptrolle, die mit 31 noch immer gegen den reichen Papa rebelliert, in dem sie Rastazöpfe trägt und die Nächte nicht mit anderen reichen Sprösslingen verbringt, sondern auf hoher See – mit dutzenden „Schutzbefohlenen“.

Wenn der kleinen Carola etwas nicht ins Konzept passt – etwa, dass die italienische Küstenwache auf das Recht eines souveränen Staates pocht – dann wird das Mädchen trotzig! Da kann es schon einmal passieren, dass sie mit ihrem „Rettungsschiff“ beinahe ein kleines Boot rammt und das Leben italienischer Beamter gefährdet, um das Leben von Migranten zu „retten“.

Diese Verhaltensweisen haben doch bei „Papi“ auch immer so gut funktioniert, wenn die verzogene Göre etwas wollte! Und hier sind wir auch schon beim Punkt. Rackete ist der Inbegriff einer (vom Alter) erwachsenen Frau, der es niemals gelungen ist, sich vom Kindsein zu lösen. Soweit so schlecht.

Kinder als Weltretter

Doch was sagt es über unsere Gesellschaft aus, dass wir Kinder wie Greta Thunberg oder Carola zu RetterInnen hochstilisieren? Bemühen wir hier noch einmal das Beispiel des „Hotzenplotz“.

Otfried Preussler schrieb diesen als Kinderschauspiel. Worin unterscheidet sich ein Solches vom wahren Leben? Am Ende wird niemandem Unheil geschehen und keiner sterben. Sonst blieben doch haufenweise traumatisierte Kinder zurück…